Über Spielbergs neuen film „munich“

Am 26. januar 2006 wird steven spielbergs film „munich“ über das von palästinensischen terroristen verübte massaker am israelischen team bei den olympischen spielen 1972, in münchen deutschlandpremiere feiern. in den usa ist der film schon seit dezember in den kinos und hat dort wie auch vor allem in israel für heftige kontroversen gesorgt. grund ist die fokussierung des films auf die jagd des israelischen geheimdienstes auf die attentäter und nicht auf die attentate selber.
spielbergs film basiert dabei auf George Jonas’s umstrittenen buch „Vengeance: The True Story of an Israeli Counter-Terrorist Team“, wobei Jonas selbst „munich“ wegen seiner propalästinensischen ausrichtung kritisiert.

eine deutschsprachige presseschau zum film findet sich hier.

ein umfassenderes bild der kontroverse ergibt sich sicherlich aus der englischen, amerikanischen oder israelischen presse. eine kleine auswahl hab ich mal zusammengestellt:

haaretz 1, haaretz 2, ny times, usa today 1, usa today 2, washington post 1, washington post 2, the times, the jewish press, the jerusalem post.

weitere artikel zum film finden sich auch bei hagalil, der adl, jewlicious und der israel news agency.

neben dieser kontroverse zwischen sog. falken und tauben gibt es allerdings noch eine andere sichtweise auf den film, die ich hier nicht verlinken möchte. von dieser seite wird spielberg vorgeworfen er sorge mit „munich“ für:

The Humanization of Israeli killers, and the Dehumanization of Palestinian civilians

während spielberg sicherlich nicht bewusst antisraelischen ressentiments und antisemitismus vorschub leisten möchte, er jedoch möglicherweise mit seinem neuesten film aus den richtigen gründen das falsche tut und somit kritik an seinem film angebracht erscheint, sind die wahren feinde israels die gleichen wie 1972, terroristen im antisemitischen wahn und eine weltgemeinschaft die dem terror nur appeasement entgegenzusetzen hat.
eine zusammenstellung von links zum munich massacre folgt in den nächsten tagen.

3 Kommentare


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  1. in der sz waren schon überschriften wie „auge um auge …“ vertreten, eine freundin erlebte, wie bei dem munich-trailer in einem cineplex die leute lauthals „die juden wieder“ kommentierten. vermutlich wird der film – auch wenn er inhaltlich nicht so krass angelegt ist – eine um etliches schlimmere wirkung als paradise now befördern, für den sich ja im endeffekt keine sau im kino interessiert hat (warum eigentlich?)

    Comment von w — 18. Januar 2006 @ 11:20

  2. warum sich für „paradise now“ niemand interessiert hat, weiss ich auch nicht, vermutlich weil es halt ein exotenfilm ist, der nur so filmkunstvölkchen anzieht.
    in den ganzen artikeln zum film wird „munich“ deshalb auch garnicht zu „paradise now“, sondern vielmehr zu mel gibsons „passion of christ“ in beziehung gesetzt. und da scheiden sich dann die geister, was im endeffekt israel mehr schaden wird: ein 3 stunden epos in einer unverständlichen sprachen, von einem altkatholischen extremisten gedreht oder der von einem juden gemachte action-blockbuster.
    ich hoffe ja, die leute werden diesen film wie jeden anderen blockbuster angucken und danach nicht lange über „alttestamentarische rache“ und ähnliches diskutieren, aber vermutlich werden sich wieder etliche in ihren ressentiments bestätigt sehen und zwar gerade weil spielberg den film gemacht hat.

    Comment von Administrator — 19. Januar 2006 @ 22:50

  3. […] nach dem, wieder mal, gräulichen spiegel titel und dem momentanen werbetrubel um spielbergs “münchen” musz ich hier auf subwave verweisen. wo einige der kontroversen über dieses fragwürdige filmchen verlinkt sind. nach allem was ich bis jetzt dort gelesen hab scheint es ein fest fürs deutsche feuilleton zu werden… […]

    Pingback von nada :: münchen :: Januar :: 2006 — 25. Januar 2006 @ 08:23

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