the fascists are allright

querfront-jürgen mal wieder. in der heutigen ausgabe der tageszeitung „junge welt“ schreibt er über die neue regierung der slowakei, die sich aus sozialdemokraten und zwei kleineren parteien zusammensetzt. eine dieser beiden koalitionspartnerinnen ist die slowakische nationalpartei sns, eine partei die sich seit ihrer gründung in die tradition des faschistischen diktators der slowakei der nazizeit, jozef tiso, stellt.
elsäSSer nun verschweigt gar nicht, dass es sich bei der sns um eine nazipartei handelt, so schreibt er:

Andererseits kann man einen Kritikpunkt an der neuen Koalition nicht einfach beiseite wischen: Einer der beiden Koalitionspartner von Smer, nämlich die Slowakische Nationalpartei (SNS), kommt tatsächlich aus einer faschistischen Tradition. Sie bekannte sich bei ihrer Gründung Anfang der neunziger Jahre offen zu Jozef Tiso, der als Diktator von Hitlers Gnaden auch bei der Judenvernichtung mithalf. Selbst wenn sie sich davon distanziert haben sollte, was keiner weiß: Legt man Antifa-Maßstäbe zugrunde, dürfte sich eine Linkspartei nie und nimmer mit einem solchen Partner verbünden.

er kommt allerdings zu folgendem schluss:

Die Rhetorik der SNS ist bisweilen unappetitlich, aber selbst die taz muß konzidieren, daß ihr eine direkte Verantwortung für rassistische Übergriffe nicht nachgewiesen werden kann. Fico hat den Minderheiten die Beibehaltung ihrer derzeitigen Rechte zugesichert. Die Vertreter der ungarischen Minorität, die mit Hilfe der slowakischen Ableger deutscher Zeitungshäuser am heftigsten die Hysterie wegen der neuen Regierung schüren, sind im übrigen keine objektiven Kronzeugen, sondern die fünfte Kolonne Budapests.

die kritiker_innen der sns sind also alles westliche imperialisten und die fünfte kolonne budapests, also, der sed-geschulte/old-school-linke leser weiss was gemeint ist wenn von der fünften kolonne die rede ist, von grund auf schlecht und böse. den kritiker_innen der sns geht es nämlich, laut braunem jürgen, gar nicht um naziphilie der sns, sondern ihnen ist vor allem der antineoliberal-kurs der neuen regierung ein dorn im auge.
und diesen anti-neoliberalen kurs können die sozialdemokraten halt nur mit hilfe der sns durchziehen. da hat der jürgen verständnis für:

Nur mit der SNS hat Fico eine Mehrheit für seine soziale Wirtschaftspolitik. Hätte er darauf verzichten und es den Gutmenschen in der SPD und anderswo recht machen sollen – um den Preis, daß der Neoliberalismus weitergeht? Grundsätzlich gesagt: Definiert die Antifa die Hauptaufgabe linker Politik – oder der Klassenkampf?

und wenn es dem vermeintlichen klassenkampf nützt, dann kuschelt der jürgen halt auch mit richtigen nazis. schade nur, dass es die antifa gibt, die mit ihrer logik verhindert, dass die deutschen klassenkämpfer von linkspartei bis npd sich zusammenschliessen und gemeinsam dem bösen, bösen juden neoliberalismus den garaus machen können. aber im restgehirn vom elsäSSer denkt es noch weiter, die antifa ist ja gar nicht antifaschistisch, denn:

Ist überhaupt ein Antifaschismus vorstellbar, der nicht die »aggressivsten Teile des Finanzkapitals« – so die Formulierung der Komintern 1935 – ins Visier nimmt?

die wahren antifaschisten sind also die, die sich wie der jürgen eine verbrüderung mit den nazis und antisemiten dieser welt vorstellen können, bzw. schon nazis und antisemiten sind. wo es so denkt, da ist alles verloren.

ps: mehr über slowakische nazis und die sns gibt es hier. recommended reading.

12 Kommentare


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  1. seit wann fordert die NPD den Klassenkampf O.O ?

    Comment von freedom — 7. Juli 2006 @ 05:15

  2. für elsässer scheinen klassenkampf und antineoliberal in eins zu fallen, von daher ist das mit der npd (nach jürgens logik) gar nicht so verkehrt.

    Comment von Administrator — 7. Juli 2006 @ 06:58

  3. Man kann Elsässers Verirrungen auch ohne inflationäre und lächerliche NPD-Gleichsetzungen kritisieren. Dass Du reflexhaft auch immer gleich unser Terror-System in Schutz nehmen mußt, wenn es jeamand falsch kritisiert, ist echt schade.

    Comment von ban-dai — 7. Juli 2006 @ 09:59

  4. elsässer selber ist es ja, der beständig nazis verharmlost und die querfront herbeischreiben will, da muss ich gar nichts mehr gleichsetzen. und den kapitalismus nehme ich bestimmt nicht allgemein in schutz, ich verteidige dieses „terrorsystem“ aber durchaus gegen das noch schlimmere. außerdem kritisiert elsässer nicht falsch, seine äußerungen sind vielmehr das gegenteil einer kritik des kapitalismus.

    Comment von Administrator — 7. Juli 2006 @ 10:21

  5. Mag ja sein, dass elsässer nen sprung in der schüssel hat. Auf das geschreibsel von ihm will ich auch garnicht eingehen – da wird im KomFor gerade eh genug drüber diskutiert, ist wahrscheinlich auch der bessere ort dafür. Was ich extrem problematisch finde ist die von dir lieber subwave gemachten verhamlosungen des ns faschismus: elsässer mit der SS gleichzusetzen ist vielleicht für dich „lustig, provokant und polemisch“ ändert aber nichts an einem offensichtlich katastrophalen umgang mit der deutschen vergangenheit (die ss hat wie du vielleicht weisst eine ganz andere ideologie und vor allem praxis gehabt als sie elsässer betreibt). Um ehrlich zu sein erinnert mich der undifferenzierte umgang mit nazibegriffen (weiteres beispiel: das kommunistische steinzeitblatt junge welt wird von dir als nationalsozialistisch bezeichnet) bei deinem eintrag an die genauso beliebig mit faschsimusbegriffen um sich schmeissende 80er jahre punkgeneration a la canal terror. Das beliebige einsetzten von faschismusvergleichen (Sharping 98 serbienkrieg: „haben sie diese bilder gesehen“) führt zu eine verwässerten und damit verhamlosenden haltung faschistischer geschichte gegenüber. Ich will dir damit nicht unterstellen das du dies bewusst forcierst, da du dies aber nicht im linken wohlfühlvakuum wie dem t-keller (dort sitzen übrigens auch leute die überall den faschismus ausmachen, egal ob in israel, bei rewe oder der antifa [m]) sondern im www betreibst muss ich darauf mal reagieren.
    -Hach ich könnte dazu noch viel mehr schreiben , muss aber los und ein paar geschichtsrevisionisten als rezept für blutdrucksenkung nen satz heißer ohren verpassen. Vielleicht treffe ich auf nen paar burschis, guido knopf, antideutsche oder vertriebene.

    Comment von Dorfdisco — 7. Juli 2006 @ 17:57

  6. ach, dorfdisco, ich hoffe der blutdruck ist wieder im normalbereich und kein antideutscher verletzt.
    aber zum ernsten teil deines comments:
    zunächst, ich habe nicht elsässer gleich SS gesetzt, sondern nur seinen namen mit SS geschrieben. aber du hast recht, das war 80er dpunk-style und sollte eigentlich nicht passieren. manchmal holt mich halt meine vergangenheit ein. ist zwar lang lang her, aber so ganz komm ich vom 80er-punk nicht weg.
    zu der sache mit der jungen welt: ich hab extra „national-sozial“ geschrieben und nicht „nationalsozialistisch“, ein kleiner aber feiner unterschied. da dies aber, wie dein fall zeigt, durchaus zu missverständnissen, die über gewollte assoziationen hinausgehen, führen kann, habe ich diese bezeichnung im text entfernt.
    im übrigen bin ich, was das beliebig um sich schmeissen mit faschismuskeulen betrifft, durchaus deiner meinung. bin aber skeptisch ob sich daran viel ändern lässt, das hat halt ne lange tradition in der linken (nimm nur mal den KB mit seiner faschisierungsthese als beispiel).

    Comment von Administrator — 7. Juli 2006 @ 21:36

  7. im übrigen bin ich, was das beliebig um sich schmeissen mit faschismuskeulen betrifft, durchaus deiner meinung. bin aber skeptisch ob sich daran viel ändern lässt, das hat halt ne lange tradition in der linken (nimm nur mal den KB mit seiner faschisierungsthese als beispiel).

    Jo und weil die Linken so einen Mist seit Jahrzehnten veranstalten, ob sie nun Antifas, -imps oder -deutsch heißen, kann man sich nicht entschließen, das zu prüfen und gegebenenfalls damit aufhören…

    Meine Güte, Unterwelle, Du bist bestimmt antideutsch und sexy, aber nicht schlau und richtig unterwegs…

    Comment von Regine — 8. Juli 2006 @ 10:31

  8. @regine: was kann ich denn dafür wenn die linke so traditionsverhaftet ist, dass sie immer munter faschismuskeulen schwingen muss? wie du in meinem comment vielleicht lesen konntest, sehe ich dieses „alles als faschismus benennen“ durchaus als problematisch an und ändere auf dorfdiscos hinweis sogar meinen beitrag. im übrigen verwende ich solche faschismus-gleichsetzungen selten bis gar nicht. kannst dich ja gerne selbst davon überzeugen, in dem du die suchfunktion dieses blogs benutzt.

    Comment von Administrator — 8. Juli 2006 @ 10:55

  9. ansonsten bitte ein beispiel an dorfdisco nehmen, der/die kritisiert ohne zu beleidigen.

    pussy!

    Comment von eisprinzessin — 8. Juli 2006 @ 12:23

  10. haha. ja, da kam der sozialdemokrat/hippie in mir zum vorschein..grausam. ich sollte nachdem aufstehen keine comments schreiben.

    Comment von Administrator — 8. Juli 2006 @ 13:53

  11. Sozio-linguistisch gesehen müßte unsereins Tausende von abgestuften Begriffen für Verwandtschaft oder Identität von bestimmten Ideen, Ideologien, Organisationen oder Personen mit bestimmten nationalsozialistischen haben, Begriffe, die Verwandtschaft ersten, zweiten, dritten Grades nahelegen, Begriffe, die den Grad der Verinnerlichung und Bewußtheit der Nazinähe zeigen usw.

    Comment von classless — 9. Juli 2006 @ 15:06

  12. […] das jürgen elsässer faschisten mag und antifaschisten für bekämpfenswert hält war ja schon länger bekannt. ebenso seine wahnhafte affinität zum serbentum und die rassistische abneigung gegen alles was ihm albanisch erscheint. auch dass er fan von verschwörungstheorien ist, so z.B. der, dass die jihadisten in bosnien, albanien und eigentlich überall von den usa ferngesteuert werden und 9/11 irgendwie von den juden neocons selbst gemacht wurde, ist keine wirkliche neuigkeit mehr. doch seit dem sommer ist viel zeit vergangen und die unaufhaltsame entwicklung des rot-braunen jürgen zum zweiten horst mahler scheint sich zu beschleunigen. nach den berliner abgeordnetenhaus-wahlen im september kommentierte er das abschneiden der pds/linkspartei wie folgt: Mit Staatsknete wird Multikulti, Gender-Mainstreaming und die schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden und sich oft auch keine Kita, kein Schwimmbad und keine warme Wohnung mehr leisten können. Muss man sich wundern, dass die Opfer dieser Politik diesen Betrügern ihre Stimme nicht mehr gegeben haben? […]

    Pingback von subwave - exakt neutral :: der neue horst mahler? :: Dezember :: 2006 — 8. Dezember 2006 @ 20:35

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