mixed #22

- die post-antifa-gruppe mit sozialfimmel aus berlin (kritik&praxis) hat sich aufgelöst. kann man so sehen wie waity oder wie volker radke. wenn ich an die zusammenarbeit mit linksruck denke bevorzuge ich eher letztere sichtweise.

- im gegensatz zur auflösung der kp hat mich der tod von peter gingold wirklich getroffen. anstatt eines nachrufes ein verweis auf einen artikel zu seinem 90. geburtstag im frühling diesen jahres.

- würde die antifa über eine luftwaffe verfügen wären ostdeutsche stadien während und anfahrtswege vor fußballspielen angesichts solcher bilder und töne sicher bevorzugte ziele für bombardements. ein gutes hat es ja wenn sich hooligans vom bfc dynamo mit fans von dynamo dresden und der berliner 23. einsatzhundertschaft prügeln: es kann immer nur die richtigen treffen. (via.)
edit: zu diesem thema sei auch die lektüre der phase 2.19 empfohlen.

- wo wir gerade bei luftwaffe sind: lizas welt über die hintergründe und rezeption in der öffentlichkeit des beinahe aneinandergeratens zwischen f-16 jets der iaf und dem deutschen aufklärungsschiff alster. recommended reading.

- ja was denn? da gibt es wilde streiks bei vw in pamplona (spanien), was ja nur zu begrüßen ist und es gibt eine veranstaltungsreise dazu, was auch zu begrüßen ist. nur leider hat sich im ankündigungstext ein fehler eingeschlichen. so wird pamplona von der antifaschistischen linken berlin (alb) dem baskenland zugeschlagen, dabei liegt pamplona gar nicht in der comunidad autónoma del país vasc sondern ist bekanntlich hauptstadt der comunidad foral de navarra. nun kann es ja sein, das die alb mit der bezeichnung von pamplona als baskisch ihre unterstützung des großbaskischen nationalismus zum ausdruck bringen möchte, dann allerdings ist es mehr als dämlich und vermutlich auch beleidigend „pamplona“, also den spanischen städtenamen, zu verwenden, anstatt, nationalistisch korrekt, den baskischen namen „iruña“. wenn schon denn schon, liebe alb…

support this #5

Es geht um alles! 500 neue Abos für die Jungle World.

mach mit. sei dabei. #3

gleich wochenendkommunismus. davor noch schnell eine weitere ausgabe des musikratespiels für geneigten die leser_innen. damit es nicht zu langweilig wird, diesmal etwas neues: es liegt ein sog. mash-up vor, also ein neuer song gemixt aus verschiedenen songs und es gilt die künstler_innen zu erraten, deren songs in diesem mash-up verwendet wurden. viel spaß dabei.

alegria antecipada (vorfreude#2)

diese sympathischen menschen kommen im november nach berlin. ich werde im november in berlin sein. perfekt, oder?

mixed#21

house is the answer

ja. herbst ist nicht toll und wer möchte nicht den sommer zurück, als es nicht nur tagsüber, sondern auch abends noch erträgliche temperaturen hatte. als menschen motiviert waren das haus zu verlassen und nicht fernseher und bett vorzogen. fluokids liefern wieder einmal die rettung vor dem herbst und so kann ich mich jetzt mit dem tollen „house is the answer“ mix von outone auf das musikalisch vollkommen gegensätzliche clickclickdecker konzert einstimmen. tracklist:

lil louis & the world – club lonely
paul johnson – she got me on ( todd edwards club remix )
royal house – can you party
benny benassi megamix
buy now – for sale
john lord fonda – so far away ( alan braxe remix )
dj sneak – compute
green velvet – untitled
de‘ lacy – hideaway
demon vs heartbreaker – you are my high
krankie knuckles vs jamie principle – baby wants to ride
dj deeon – spacktikus
midnight juggernauts – raised by wolves

- die autonome antifa [f] hatte sich in ihrem text „sieben stichpunkte für den weltfrieden“ erstaunlich klar von der derzeitigen friedensbewegung distanziert und gleichzeitig klargestellt, dass übergriffe gegen israelsolidarische menschen nicht hinzunehmen sind. nun sind ja für die [f] talk the talk und walk the walk zwei sehr verschiedene sachen, weshalb ich lange zeit ein gegen diese antifa gerichtetes ressentiment pflegte, aber diesesmal scheinen sie es wirklich ernst zu meinen mit dem was sie sagen. bereits zwei tage nach der veröffentlichung des [f]-papieres bei indymedia wurde ebendort in den kommentaren eine antwort von sich „schurken ohne staat“ nennenden paläo-linken veröffentlicht, die sich von dem „sieben punkte“ text wohl angegriffen fühlten. getroffene hunde bellen halt. nun wurde im kommunistischen forum ein papier der sehr geschätzten frankfurter gruppe sinistra! veröffentlicht, in dem es um die diesbezügliche auseinandersetzung in frankfurt geht. nicht nur für frankfurter recommended reading.

- „drogen, na und?“ die lemonheads sind zurück mit einem neuen album, wer hätte das gedacht. als ich jung war und grunge gehört habe galt meine konzentration ja eher soundgarden und nirvana, so dass ich the lemonheads erst mit 16 und in form ihrer in den 80ern bei taang! veröffentlichen punkplatten für mich entdeckte. jetzt gibt es nach fast 10 jähriger abstinenz eine neue cd bei vagrant und bill Stevenson und karl alverez (ALL, descendents) haben nicht nur die produzentenrolle übernommen, sondern sind auch als musiker bei den zitronenköpfen eingestiegen, was für mich descendents-addict ja schonmal keine schlechte referenz ist. frontmann ,evan dando wurde jetzt vom spiegel interviewt (gibt da auch snippets aus der neuen cd zu hören) und vor allem freund_innen der hedonistischen antifa dürften über aussagen wie

nein, drogen haben meiner ansicht nach einen platz im leben eines künstlers. ich hatte nur einfach genug davon.

doch erfreut sein. guter schlusspunkt auch für diese debatte bei bauhaustapete. lustig auch stories wie diese:

Das war 1995: Während Dandos Fans beim traditionsreichen britischen Rockfestival in Glastonbury auf den Auftritt seiner Band The Lemonheads warten, vergnügt sich der Sänger in einem Hotelzimmer mit Crack, einem Model und einer Sängerin.
Stunden später steht er dann doch auf der Bühne, mit Kleinmädchenzöpfen und einem Sommerkleidchen. Eigentlich wären die TripHop-Melancholiker von Portishead dran, deren Fans buhen und schmeißen mit Flaschen. „Aber ich habe immerhin mein ganzes Set gespielt“, erinnert sich Dando, „die Flaschen habe ich zurückgeworfen und die Portishead-Fans ‚verdammte Hippies‘ genannt. Sie hatten wohl Angst vor mir. Nun ja, es war kein großer Moment.“ Evan Dando grinst in sich hinein. „Aber es war lustig.“

mind your layout (aka. die sache mit dem clickclickdecker konzert)

ich habe clickclickdecker nie groß beachtet. klar, interviews oder reviews im ox oder intro habe ich gelesen, aber ich war nie weitergehend an der musik interessiert. das gelesene inspirierte einfach nicht zum reinhören. ein wenig interessiert war ich dann, als mich auf last.fm die audiolith message mit der clickclickdecker tourankündigung erreichte, hatte ich doch noch kein schlechtes konzert eines audiolith-artists gesehen. also die tourdaten gecheckt und, wie könnte es bei audiolith anders sein, das café kabale situated in scheisskaff steht am sonntag (8.10) auf dem programm. super, dachte ich mir, jetzt nur noch mal anhören was die eigentlich so für musik machen. ich hätte es lieber bleiben lassen sollen. der songtitel „wer hat mir auf die schuhe gekotzt“ ist zwar einigermaßen cool, von der musik her gesehen passt das ganze aber völlig zurecht in die campuscharts und somit neben so deppen wie „tomte“, „olli schulz & der hund marie“ oder „virginia jetzt!“. die erste assoziation war „kettcar“, was gewiss kein kompliment von meiner seite ist. hab mir dann die weiteren downloadbaren songs auch noch gegeben und hab dann doch noch lieder entdeckt (die schnelleren), bei denen die stimme nicht an die hh-oberlangweiler erinnert und die somit deutlich besser sind. am besten hat mir bezeichnenderweise das abwärts-cover computerstaat gefallen. von der musik her liefert clickclickdecker also nicht gerade überzeugende argumente für einen konzertbesuch, ein typischer fall von wenn-es-nichts-besseres-gibt-geht-man-halt-hin, so schien es. und dann entdeckte ich die plakate. es mag jetzt übertrieben klingen, aber ich war begeistert. es gibt hier in the city of boredom zwar häufig schicke politplakate, aber konzert- oder partyplakate und -flyer weisen in letzter zeit meist kein ansprechendes layout aus. nun ist das clickclickdecker-plakat auch nicht aus der beschaulichen unistadt, sondern das offizielle tourplakat, aber auch für ein solches ist es außergewöhnlich schön gemacht.
poster
ich habe mir ja schon tonträger nur deswegen gekauft weil mir das cover-layout gefallen hat, bin zu demos gefahren weil ich die plakate toll fand, aber clickclickdecker wird das erste konzert sein, auf das ich aufgrund des überzeugend komponierten posters gehen werde.

edit: andere schreiben auch über das konzert. und, wichtig: auch mal in den laden gehen, wenn gerade keine kettcar-coverband mit schicken postern spielt.

„hans? are we the baddies?“


aus „that mitchell and webb look“. (via)

mach mit. sei dabei.#2

da der erste song hier wohl etwas schwer zu erraten war ein hinweis:
der sänger der band war vorher in zwei wegweisenden bands sänger. diese bands (vor allem die direkte vorgängerband der zu erratenden) waren die vorlage für the (international) noise conspiracy, sowohl musikalisch als auch vom style.

göttinger kulturlinke und ihre liebe zur reaktion

abgetippt und bei mir geposted hat den text des [a:ka] zur heimatfrontspielzeit des jungen theaters in göttingen zwar erwartungsgemäß keine_r, aber dafür wurde die [a:ka] homepage aktualisiert. deshalb jetzt hier der lesenswerte text in voller länge (ich hoffe niemand vom [a:ka] hat was dagegen – ansonsten bitte kurze notiz). die pdf-version des ganzen gibt es hier.

Theater an der Heimatfront – oder: Dann lieber Sparzwang!

„‚Heimatfront‘ ist die Verortung des gesellschaftlichen Gestaltungsprozesses mit seiner Wechselwirkung auf den kulturellen Prozess des Theatergeschehens“. Dieser schöne, prägnante Satz stammt aus der Tastatur des SPD-Ratsherrn Frank-Peter Arndt, geschrieben in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzendem des Jungen Theaters Göttingen (JT). Karl Kraus hätte gesagt: »Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben; man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.«
Aber auch wer den Inhalt des Arndtschen Satzes verständlicherweise nicht versteht, mag staunen: Bislang stand »Heimatfront« nicht für die Verortung von irgendwem mit irgendwas auf Theater. »Heimatfront« war – und zwar ausschließlich – der Nazi-Begriff für den Teil der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft, der Granaten produzierte und in Bombenkellern hockte, während der Rest der Nation mit der Vernichtung von Juden beschäftigt war oder Europa verwüstete. Goebbels benutzte »Heimatfront«, wenn er noch der letzten Gemüsebäuerin klarmachen wollte, dass ihr Kohlrabi keineswegs nur irgendeine Knolle ist, sondern integraler Bestandteil der totalen Kriegsführung.
Das ist jetzt anders. »Heimatfront« wurde von den JT-Managern zum Motto ihrer neuen Spielzeit erkoren. Sie haben den Begriff aus dem »Wörterbuch des Unmenschen« gefischt und ihn für ihren Zweck verfügbar gemacht: soziologisch-kulturelle Dampfplauderei. Hätte das JT mit diesem Motto nur provozieren wollen, wie die Sex Pistols mit ihren Hakenkreuz-T-Shirts – es wäre abgedroschen, aber verzeihlich gewesen. Hätte es »Heimatfront« als Kritik gemeint am Zustand der deutschen Gesellschaft – vielleicht hätte es eine interessante Spielzeit werden können.
Aber weder das eine noch das andere hat das JT gewollt. Seine Verantwortlichen verwenden den Begriff keineswegs kritisch oder ironisch gebrochen oder wenigstens mit einer Portion schwarzem Humor, sie beziehen sich zustimmend auf ihn und sie meinen ihn bitter ernst.

Heimat statt Gesellschaft

Während der Aufsichtsratsvorsitzende Arndt mühsam vor sich hinschwurbelt, um das Motto zu rechtfertigen, spricht es aus dem Intendanten Andreas Döring ungezwungen heraus: »Familie, Religion, Beruf, Freunde – kurz: unsere Heimat – verlieren an Raum, Wert und Bedeutung.« Ach je, die alten Werte! Müssten es Kulturschaffende mit kritischem Anspruch nicht begrüßen, wenn Zwangsinstitutionen wie Familie und Religion ihre Macht über die Menschen verlören?
Nicht mehr seit Eva Herrmann sagt, wie Feminismus geht (Heim an den Herd!), und Großinquisitor Ratzinger den Maßstab der Religionskritik vorgibt (Mehr beten, sonst Hölle!). In diesem Klima hat offenbar auch das Junge Theater als Flaggschiff der Göttinger Kulturlinken seine Liebe zur Reaktion entdeckt – und sein Intendant redet daher wie Karl Moik auf Depressionen.
»Heimatfront« bezeichnete bei den Nazis das Zusammenrücken der Volksgemeinschaft gegen den äußeren Feind, und auch der JT-Begriff von »Heimatfront« lässt sich auf diesen Punkt bringen: als romantischer Antikapitalismus. Romantische Antikapitalisten betrachten den Kapitalismus nicht als gesellschaftlichen Zusammenhang, der zwar in Klassen zerfällt, den aber jeder Einzelne durch sein tägliches Handeln aufs Neue herstellt – durch Lohnarbeit zum Beispiel, oder dadurch, dass er einkaufen geht. Die kapitalistische Gesellschaft bringt ja tatsächlich die Auflösung überlieferter Lebensweisen mit sich, den Untergang tradierter Familienverhältnisse und den Verlust sozialer Bindungen – aber die Ursachen dafür wähnen romantische Antikapitalisten nicht im Kern dieses als Zwang auftretenden, aber letztlich hausgemachten Zusammenhangs, sondern schreiben sie einem nicht existenten Außen als okkulte Macht zu.
Was dem alten Nazi das »internationale Finanzjudentum« war, und dem neuen Nazi das »Judäo-amerikanische Imperium« (Horst Mahler), ist dem Göttinger Kulturschaffenden seine Globalisierung, hinter der er nicht näher bezeichnete Finsterlinge vermutet. Und dagegen muss man sich ja wohl wehren! Andreas Döring im JT-Programm: »Nur gemeinsam kann unser Lebensraum (sic!) vor den Angriffen eines propagandistisch geführten Feldzugs der sogenannten Globalisierung bewahrt werden.« Wer die Propaganda betreibt und welchen Zweck sie haben sollte, bleibt im Dunkeln, jedenfalls sollen »wir« und »unser« Lebensraum zerstört werden, was dann die Formierung zur Heimatfront nötig macht.
Nun wollten die Nazis den »Lebensraum im Osten« erobern; Göttinger Kulturschaffende beanspruchen höchstens Wohnraum im Ostviertel. Niemand will Andreas Döring unterstellen, er sei ein Faschist – allerdings redet er wie einer. Aber das scheint diesem Aushängeschild progressiver Bühnenkunst nicht im Ansatz bewusst zu sein: »Heimatfront« hat er sich wohl noch mit voller Absicht ausgesucht; »Lebensraum« muss ihm unbemerkt reingerutscht sein – einen Lebensraum definieren Biologen für Schneehasen- oder Feldhamsterpopulationen, Menschen werden in einen Lebensraum nur dann gepresst, wenn sie ins Visier völkischer Rassisten geraten.

Konformismus statt Kritik

Das wirklich erschreckende am »Heimatfront«-Motto ist aber weder die nationalsozialistische Propagandaphrase selbst, noch die über sie hinausgehende Indifferenz gegenüber Nazi-Begriffen. Als Provokation, als polarisierendes Moment, wäre die Verwendung von »Heimatfront«, wie gesagt, legitimes Mittel von Kunst gewesen. Unerträglich ist erst, dass das Motto eben nicht provozieren und polarisieren soll, sondern Identität stiften – es propagiert die Masse und verachtet das Individuum; Mitmachen wird verlangt, nicht kritische Distanz. Weder sollen alte Reaktionäre entlarvt werden, noch linke Spießer zur Weißglut getrieben; das JT will vielmehr die reaktionären und die linken Spießer zu jener widerspruchsfreien Gemeinschaft versöhnen, die genau dem kritischen Kulturbegriff entgegensteht, den das JT zu verteidigen beansprucht.
Kritische Kultur hätte das Ziel, die Widersprüche der Gesellschaft festzuhalten und offenzulegen, Salz in die Wunden zu streuen und »die Schmach noch schmachvoller zu machen, indem sie ihr das Bewußtsein der Schmach hinzufügt« (Marx) – das JT will stattdessen die Widersprüche in Harmoniesauce ersäufen und projiziert diffuses Unbehagen auf äußere, imaginierte Feinde. Kritische Kunst zielte darauf ab, die falsche Identität der kapitalistischen Gesellschaft der Lüge zu überführen; das Junge Theater feiert eben diese falsche Identität als kritische Kunst.
Das Programm der »Heimatfront«-Spielzeit ist für sich betrachtet eine unspektakuläre Melange aus Klassikern und modernen Stücken; die AutorInnen können nichts für den Zusammenhang, in den ihre Arbeit vom JT gerückt wird. Der Aufklärer Lessing, der Kommunist Brecht und die vernichtete Jüdin Anne Frank werden ungefragt unter ein Motto gezwungen, das die Aufklärung verrät, kommunistischer Kritik ins Gesicht schlägt und sich des Vokabulars der Judenvernichter bedient.
Döring schreibt: »Für unseren Spielplan 2006/2007 haben wir nach Stoffen in unserer Heimat gesucht.« Es gehört schon einiges an Vermessenheit dazu, wenn der Intendant eines deutschen Provinztheaters meint, er könne Shakepeares »Othello« in sein Konzept von »Heimat 2006« hineinzwängen. Wenn er dasselbe unter der Überschrift »Heimatfront« mit dem »Tagebuch der Anne Frank« versucht, wird es widerwärtig: Anne Frank steht examplarisch für das, was die deutsche Volksgemeinschaft auf der Suche nach Identität jenen angetan hat, die sie als Feind ihrer Gemeinsamkeit definierte: Anne Frank steht für Millionen, die den Zusammenschluss der Deutschen zur Heimatfront einfach deshalb nicht überlebt haben, weil sie Juden waren.

Bei aller Symphatie, die man den SchauspielerInnen eines kleinen, in seiner Existenz gefährdeten Theaters entgegenbringen mag: Diese Spielzeit sollen sie entweder streiken oder vor leeren Rängen spielen. Beschweren können sie sich bei ihrem Intendanten.

[a:ka], september 2006

mixed #20

- mein zimmer ist heute nicht mehr mit politischen plakaten tapeziert, wie noch vor einigen jahren, ich sammele sie nur noch zusammengerollt. einen ähnlichen ansatz, nur digital, verfolgt das projekt „politisches plakat“, das auf zwei flickr-accounts [1], [2] schon eine menge gut und weniger gut designter plakate gesammelt hat. begleitend dazu gibt es noch einen blog. schicke sache und ich wünsche gutes gelingen, denn viele dieser plakate sind zu schön um nach den entsprechenden aktionen, zu denen sie gestaltet wurden, einfach zu verschwinden oder bestenfalls in an wänden von linken wg´s zu hängen.
best! best! best!
mein ewiger favorit ist übrigends dieses plakat (auch der dazugehörige aufruf ist der beste je von einer antifa geschriebene), dicht gefolgt von diesem (hier war ich auf der zugehörigen demo). (via)

- alles heimatfront, oder was? die plakate waren mir schon länger aufgefallen, da ich das junge theater aber seit ende 2001 nahezu komplett ignoriere dachte ich mir nichts weiter dabei – irgendsoein lahmes provinztheaterstück halt. k.kate postete dann dankenswerterweise den waschzettel des jt zu „heimatfront“ und ich war doch überrascht ob der npd-kompatiblen „globalisierungskritik“. nun hat sich – gut ding will weile haben – auch das [a:ka] der „heimatfront“ angenommen, herausgekommen ist, wie ich sah und hörte, ein zweiseitiges lesenswertes flugblatt, gespickt mit florett-polemik, anstatt dem neuerdings antideutsch-üblichen holzhammer. nice, indeed. leider hab ich es bisher nirgends digital entdeckt, aber vielleicht gibt es ja menschen mit zeit in göttingen, die lust auf abtippen-und-dann-hier-in-den-comments-posten haben. oder das [a:ka] aktualisiert endlich mal ihre homepage…

mach mit. sei dabei.

publikumspartizipation, inspiriert von teilnehmende beobachtungen. ich poste hier einen song, manchmal auch zusätzlich einen bonussong, und ihr dürft raten wer der_die „interpret_in“ des stückes ist. pro richtig erratenem lied gibt es einen punkt (natürlich nur für den_die erste_n). wer noch trivia zu den songs in den comments posted darf mit zusatzpunkten rechnen. wer als erstes fünf punkte hat darf sich über einen, noch näher zu bestimmenden, preis freuen.

here´s the first one:

und noch ein richtig leicht zu erratender bonus:

edit:
das zu erratende lied war von weird war. ein punkt dafür geht an fitzcarraldo
der bonussong war natürlich von den descendents. hier konnte torsun den punkt holen.

no fit state.


schon etwas älter dieser mix von sheppard für fluokids. trotzdem immer noch sehr gut wie ich finde. „you´re nothing, you´re someone (after all)“ balanciert geschickt zwischen melodie- und rhythmusorientiertheit, bzw. findet eine balance zwischen track und song, die sowohl das anhören als auch, probably, das tanzen dazu ermöglicht und zu einem angenehmen erlebnis macht.

tracklist:

1) Trike „Talk Back“ (Serge Santiago Rmx)
2) Exillion „Acid Panda Laptop Death“
3) Nerk & Dirk Leyers „Monster One“
4) Troy Pierce „25 Bitches“ (Marc Houle Rmx)
5) Sebo K „Moved“ (accapella)
6) Tiga „Type Of Guy“
7) Thomas Schumacher „Kickschool 79″
8) Tomas Andersson „Copy Cat“
9) Digitaria „Teen Years“
10) Oxia „Change Works“
11) AFX „Batine Acid“
12) Alexi Delano „Space For Bass“ (J. Dahlbäck Rmx)
13) Ascii Disko „Closer“
14) Fat Phaze „It’s Magic“
15) Duplex „Autosug“ (Live Version)
16) Sebastien Leger „Pression“
17) Technasia Feat Dj Nasty „2 the floor“
18) Hot Chip „No Fit State“
19) Booka Shade „Darko“
20) Ellen Allien & Apparat „Turbo Dreams“ (Pier Bucci Rmx)
21) Pier Bucci „Tita“
22) Mobius Band „The Loving Sounds Of Static“(Junior Boys Rmx)
23) Depeche Mode „Suffer Well“ (M83 Remix)