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holidays
urlaub von deutschland. urlaub vom bloggen. anfang juni gehts weiter.

lieber sesselpupsen als bewegungsdurchfall

g8

wer möchte kann gerne zu protesten gegen den g8-gipfel nach heiligendamm fahren und im geistigen und praktischen dünschiss der „bewegung der bewegungen“ baden. wenn man glück hat ist sogar das wetter gut und man landet am strand und nicht im polizeigewahrsam. man sollte sich nur nicht einbilden mit der teilnahme am gipfelprotest dem kommunismus unbedingt näher zu kommen, bzw mehr dafür zu tun, als diejenigen, die zuhause bleiben und sich guten büchern und/oder dem kampf gegen die alltäglichen zumutungen widmen. bleibt zu hoffen, dass die bewegungslinken, die nach heiligendamm mobilisieren in der euphorie der masse ihre basics nicht vergessen, dass also antisemitismus, nationalismus, sexismus nicht geduldet und konsequent angegriffen wird. solange diese geschieht, kann man es bezüglich der gipfelproteste auf einem „tut was ihr nicht lassen könnt“ beruhen lassen.

für die noch unentschiedenen einige texte als entscheidungshilfe:

let them pass! warum wir nicht gegen den g8-gipfel protestieren (antifa [affect] schwerin mitte, komplex-schwerin.de [zentrum für kritik & polka])

protest als mitmachen (gruppe 8. mai [ffm/brln/ny] – antifetischistische aktion)

globalisierungskritik auf postautonom (x-berg-blog)

gegen verlängerten kapitalismus und verkürzte kritik (genua-reflexions fahrenheit des [a:ka])

auferstehung der kapitalismuskritik in der globalisierungskritischen bewegung?
(junge linke)

dates für sesselpupser und andere verweigerer des konstruktiven mitmachens:

hirn

du denkst dein hirn lenkt – seminar zu hirnforschung und konstruktivismus
1.-3. juni | hannover | junge linke

demo schwerin
wenn nazis gegen globalisierung und g8-treffen protestieren, muss dies ernstgenommen werden und nicht als strategie abgetan oder, auf der anderen seite, zur denunziation der linken genutzt werden. die in der „bewegung der bewegungen“ vorhandenen nationalistischen, antisemitischen und völkischen tendenzen, die teils regressive kapitalismus“kritik“ der no-globals und die somit teils vorhandenen überschneidungen mit neonazi-ideologie wurden in der mobilisierung nach heiligendamm durchaus thematisiert und problematisiert, sogar eine absage an neonazis formuliert, jedoch wurde es, zugunsten der massenmobilisierung und der bündnispolitik, vermieden daraus entsprechende konsequenzen zu ziehen und notwendige abgrenzungen innerhalb der „bewegung der bewegungen“ vorzunehmen.
so richtig es ist, die nazis in ihrer relativen bedeutungslosigkeit bezüglich der gipfelproteste zu belassen, so falsch ist es die realen verhältnisse am gipfelort zu ignorieren. in vielen orten des ländlichen mecklenburg-vorpommerns haben es neonazis in den letzten jahren geschafft eine dominanz, wenn nicht gar hegemonie, im öden kulturellen leben zu erreichen. auch wenn die demonstration der neonazis in schwerin am 2.juni im gegensatz zur zeitgleich stattfindenden großdemo lächerlich anmuten wird ist es falsch diese zu ignorieren und die gegenaktionen totzuschweigen, wie es z.b. die interventionistische linke tut. am 2.juni also vielleicht mal zur abwechslung den nazis in die fresse pupsen…

digital(ism) ist besser

digitalism
digitalism: gehyped bis zum geht nicht mehr, konzerte überall auf der welt und bislang fast alles hits, dazu sehr gute remixe. am 18.5 wird ihre erste cd unter dem namen „idealism“ bei labels erscheinen. wer schonmal in die cd der beiden hamburger reinhören möchte, dem sei ein „album medley“ zum download empfohlen, das ihr label zur verfügung stellt. bei fluokids gibt es dagegen „mix promo part 2“, eine collection von remixes, für die digitalism verantwortlich sind. recommended listening.
tracklist:

TIGA – Far From Home (Digitalism Remix)
TOM VEK – Nothing But Green Lights (Digitalism Remix)
THE PRESETS – Down Down Down (Digitalism Remix)
MUNK – Disco Clown (Digitalism Remix)
THE FUTUREHEADS – Skip To The End (Digitalism Remix)
DEPECHE MODE – Never Let Me Down Again (Digitalism Remix)
KLAXONS – Atlantis To Interzone (Digitalism R-r-remix)

[download]

mixed #29

- sex verkauft gut – nazis besser. npd-blog über falsche aufmerksamkeit für nazis bei u.a. spon.

- antisemitismus stellt in der radikalen linken in deutschland, auch in der form des antizionismus, seit gut 15 jahren nur ein randphänomen dar. anders sieht es im internationalen maßstab und in linksliberalen kreisen aus. antizionismus wenn nicht sogar offene antijüdische ressentiments gehören dort zum guten ton sich als links verstehender menschen. der text “The Past Didn’t Go Anywhere: Making Resistance to Antisemitism Part of All of Our Movements.” von april rosenblum ist ein versuch in linke bewegungen (in den usa) zu intervenieren und den dort grassierenden antisemitismus zu bekämpfen. jewschool schreibt dazu folgendes:

[…]April’s work is, in many ways, the first of its kind. A valiant and cogent attempt at examining anti-Jewish discrimination from within the context of modern Left-wing anti-oppression movements, “The Past Didn’t Go Anywhere” aims to draw clear lines for activists who wade, often unintentionally, into the morass of anti-Jewish ideology that has seeped its way into the realm of post-colonial politics.[…]

[source.]
vielleicht interessant für leute die des kritischen intervenierens wegen zu den protesten gegen den g8-gipfel in heiligendamm fahren (z.b. ums ganze et.al.). lesen-ausdrucken-verteilen-diskutieren-…

- wenn es gegen die aufwertung des eigenen kiezes geht ist den linken spießern jedes mittel recht. schimpfte man früher auf den nachbarn, der wegen angeblicher lärmbelästigung die polizei zur wg-party einlud, so wird heute auf lichtbelästigung verwiesen, die von den großleinwänden eines neuen media-centers in berlin ausgehen soll, um eben dieses zu verhindern.

»Die Leinwand strahlt so hell, dass sie die Menschen in den Wohnungen am anderen Ufer belästigt«, meint Tobias vom »Initiativkreis Mediaspree versenken!«.

[source.]

- nicht genug damit, dass das plakat der autokomms zur revolutionären 1.mai demonstrations in berlin jenseits jeglicher diskussionswürdigkeit ist, nun tritt auf der auftaktkundgebung vor der demonstration auch ein künstler namens colos 36 auf, der auf seiner homepages u.a. folgenden müll von sich gibt:

Der Song ist auch als Aufruf an Ausländer sowie Deutsche zu verstehen, zusammen gegen Hass und Vorurteile gegenüber anderen Menschen vorzugehen und gemeinsam Flagge zu zeigen. Wie schon zur WM 2006 mit einem gesunden Stolz für dieses Land!

[source.]
na dann viel spaß mit dem gesunden stolz ihr paläo-linken.

karoshi reloaded

die zeitschrift karoshi war u.a. ein produkt der ersten post-antifa welle. damals in den 90ern wurde man noch wertkritiker_in, wenn man dem im schwarzen block rumlatschen, nazis verhauen und was man als antifa sonst noch so macht, nicht mehr allzuviel abgewinnen konnte, kurz (no pun intended): wenn man erwachsen wurde.

so ist karoshi „im Umfeld der Gruppe Krisis entstanden. So wie diese hat sie etwas gegen Arbeit, Geld, Familie, Subjekt, Staat, Markt und manch andere alltägliche Zumutung. Es gibt starke theoretische Bezüge auf Marx, und wie dieser möchte karoshi lieber heute als morgen dem Wert den Garaus machen. karoshi ist nicht für die Popularisierung der wertkritischen Theorie konzipiert – agitationsgerechte Schlagworte sind ebensowenig zu erwarten, wie die Exegese der Schriften des großen Vorsitzenden Robert Kurz. Mit karoshi kann kein wertkritisches Ticket erworben werden.“[source.]

in der zeitschrift sollten zunächst folgende themenstränge verfolgt werden:

Arbeitskritik. Aktuelle Phänomene
Kritik der Abstraktion. Zusammenhang von Produktions- und Denkform. Maschine und Logik
Denkformkritik. Dialektik und Differenz. Wertkritik und Poststrukturalismus
Subjektbegriff(e)
Geschlechterverhältnis. Zwangsheterosexualität
Aufhebungsproblematik. Kritik und Perspektiven
Krisenproblematik. Vermittlung

leider war nach fünf sehr lesenswerten ausgaben schluss und nur noch das archiv online abrufbar. vor ein paar jahren verschwand auch dieses. die hamburger studienbibliothek hat das archiv der zeitschrift karoshi nun dankenswerterweise wieder online gestellt. nicht nur an der jüngeren geschichte der linken interessierte sollten die dort versammelten texte nochmals lesen, denn vieles dort geschriebene ist auch für aktuelle kritik durchaus noch zu gebrauchen.

karoshi #1
karoshi #2
karoshi #1-3 (selection)
karoshi #4
karoshi #5

play the game – download the fight.

die veranstaltung von souslaplage in der roten flora in hamburg gestern abend wurde auch vom freien sender kombinat (fsk) in hamburg live übertragen. netterweise wurden mitschnitte der live-sendung jetzt auf freie radios zum download (als ogg-files) in sechs teilen ([teil1]|[teil2]|[teil3]|[teil4]|[teil5]|[teil6]) zur verfügung gestellt. mir erspart das einen ausführlicheren bericht, da ihr es euch ja auch selbst anhören könnt.

was mir noch auffällt beim nochmaligen anhören der veranstaltung ist das doch häufige gerede vom „kollektiven erleben“, welches als positiver effekt linker praxis dargestellt wird. ich dachte bislang immer, bei linker praxis ginge es darum der kapitalistischen totalität ein ende zu bereiten und nicht um selbsterfahrungs-esoterik. vielleicht ist es aber eine art neue ehrlichkeit (mit sich selbst), angesichts des zu erwartenden medialen untergangs der linksradikalen anti-g8-proteste rechtfertigen die aktivist_innen ihr engagement von vornherein mit der positiven, stärkenden wirkung nach innen, mit der wohligen wärme die das „kollektive erleben“ den demonstrant_innen liefern wird. anti-g8 proteste als linke psychotherapie.
auch immer wieder interessant, dass auch gestern nur als politische praxis galt, was mit demonstrationen, aktionen und blockaden zu tun hat. die „praxis“fetischisten vergessen, dass auch flugblätter schreiben und verteilen, veranstaltungen organisieren oder mit menschen diskutieren praxis ist, die zur „wirkliche[n] Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt“ (marx), also zum kommunismus führen kann.

game the player…

veranstaltung von souslaplage in der roten flora in hamburg zu sinn und unsinn der g8-moblisierung. mit dabei waren vertreter der gruppen „no g8 kiel“, „top berlin“, „redical [m]“, „gruppe 8. mai (ffm)“ und vom „dissent! netzwerk“. eine niemals langweilig werdende veranstaltung mit einigen verbalen entgleisungen aus dem publikum, die schon hielt was sie versprach: polit-unterhaltung, bzw. -theater auf gutem niveau. eine interessante, gewinnbringende diskussion gab es allerdings nicht. souveräner auftritt des vertreters der „gruppe 8.mai (ffm)“, bei den vertretern des „ums ganze…„-bündnisses fielen leider inhalt (gut) und form (schwach) auseinander. morgen folgt ein etwas ausführlicherer bericht…

linke standard beleidigungen #1: sekte

sekte: vor allem gebraucht auf indymedia, wenn einem der aufruf/die aktion/der bericht von xy nicht passt, man aber keine argumente dagegen hat. vor allem angehörige der ach so offenen bewegungslinken mit nicht vorhandenem intellekt setzen den vorwurf zu allen unpassenden gelegenheiten ein. bevorzugtes opfer der denunziation als „sekte“ sind vor allem sog. antideutsche oder theoretisch versiertere linke. die denunzianten erläutern garantiert nie, warum es sich bei xy um eine sekte handelt, bzw. warum die aktion eine „sektenveranstaltung“ darstellt, sie vertrauen allein auf die negative ausstrahlung des vorwurfs. neben den schon erwähnten ganz ganz undogmatischen, bedienen sich vor allem gruppen des vorwurfs, denen man die sache mit dem glashaus und dem stein, den man nicht werfen sollte wenn man drin sitzt, ans herz legen sollte, so z.B. die rk/rim und ihre nachfolge/splittergruppen. garantiert keine sektenveranstaltungen sind dagegen wir-sind-ja-soooo-kreativ-in-unseren-widerständigen-praxen-und-haben-die diskursräume-schön-tapeziert, jung-stark-schön-und-das-prekariat-ist-das-neue-reformistische-subjekt mayday-paraden, sowie alle revolutionären 1.mai demos, die durch kreuzberg gehen und garantiert ausländer schwabenfrei sind.

sektenbeauftragter subwave empfiehlt:
britney spears

recommended listening 0507

lofi

greg (dj neverforget) von „finger on the pulse“ war mit lo-fi fnk auf tour und verarbeitet das erlebte in einem excellenten mix. musik die im tourbus on repeat lief wurde so zu einem mix, der bei euch im winamp on repeat laufen wird. tracklist:

“D.A.N.C.E (original)” | Justice
“X-Ray (South Central Remix)” | The Maccabees
“Wet ‘n Wild (Riot In Belgium Remix)” | Kim
“Love Ya (Herve Remix)” | Unklejam
“Give it to me (sta remix edit)” | Timbaland ft. Nelly Furtado and Justin Timberlake
“Lil Star (Linus Loves Remix)” | Kelis Feat Cee-Lo
“What Goes Around…Comes Around (Sebastien Leger Mix)” | Justin Timberlake
“City (Teenagers Remix)” | Lo-Fi-Fnk
“One Inch Badge Pin (Bag Raiders mix)” | Muscles
“Ignition Remix Remix” | Cousin Cole
“Youth Alcoholic (Etienne de Créxy remix)” | Fox N Wolf
“The Bomb (The Teenagers Crush LOU Remix)” | New Young Pony Club

[source. | download.]

- gestern dial nacht im übel und gefährlich. carsten jost, lawrence und efdemin legten auf und pantha du prince stellte seine neue cd „this bliss“ in einem beeindruckendem live-set vor. beste unterhaltung von den artists des besten techno labels. vor allem pantha du prince sollte man nicht verpassen, wenn die chance besteht dem live-set beizuwohnen. nochmal um einiges besser als auf der cd, was eigentlich gar nicht möglich scheint. live dates:

07.04. barcelona, nitsa: pantha du prince (live), efdemin
20.04. paris, tryptique: pantha du prince (live), lawrence
25.04. porto, vogue: pantha du prince (live)
27.04. lisbon, opart: pantha du prince (live)
28.04. madeira, cafe do teatro: pantha du prince (live)
05.05. st. gallen: pantha du prince (live), efdemin
02.06. montral, mutek: pantha du prince (live)
08.06. new york, apt: pantha du prince (live)

- bei beatpunk gibt es ein interview mit anna von pacotek, einem sympathischen party-label aus jerusalem, das durch tolle parties und durch das veröffenlichen von dj-sets zu überzeugen weiß. bedanken darf man sich dafür bei janette von beatpunk, die einen aufenthalt in israel unter anderem für dieses interview nutzte. recommended reading.