magdeburg again.

die magdeburger „linksautonomen“ antisemiten und islamistenfreunde haben ihre ankündigung anscheinend wahrgemacht und eine veranstaltung des antifa infoportals (aip) zum thema israel und antisemitismus mit reizgas und steinen angegriffen. es handelt sich dabei um den dritten übergriff auf vermeintlich antideutsche in magdeburg innerhalb eines jahres.(via. | roadmap.)

edit: mehr bei indymedia. (via.)

edit2: bericht von einem der dabei war.

commercial.

es ist gar nicht so einfach t-shirts zu finden, die sowohl hinsichtlich form und lay-out, als auch der qualität voll überzeugen können. häufig geht es einem mit t-shirts so, wie mir mit meinem schicken joy division shirt, welches zunächst vollkommen zu gefallen wusste, nach zweimal waschen jetzt jedoch nur noch anorektischen zwergen passen würde. andere wiederum leiern aus und erinnern einen monat nach kauf an nachthemden. von t-shirts mit langweiligen, hässlichen oder einfach nur bescheuerten aufdrucken will ich gar nicht erst anfangen. einige großartige menschen haben sich jetzt aufgemacht diesem missstand mit dem herausbringen einer eigenen t-shirt-collection etwas entgegen zu setzen. self-designed und per siebdruck auf shirts höchster qualität aufgebracht versteht sich. das „seit 2007 existierende[s] independent klamottenlabel aus leipzig“ nennt sich „deviate clothing“. neben shirts gestalten sie auch „diverse pochoirs auf leinwänden“. die shirts gibt es bei imperial clothing zu kaufen.
deviate clothing

erstaunliche erkenntnisse.

Es ist sehr wahrscheinlich, daß im realen Sexualleben solch abstoßender Zirkel wie etwa den Münchner ‚Marxistischen Gruppen‘ die Onanie und entsprechend der Alkoholismus eine erheblich größere Rolle spielt (!) als im Durchschnitt zumindest der akademischen Bevölkerung.

mixed #31

- kardinal meisner aus köln ist ein meister des im glashaus sitzens und steinewerfens. jetzt äußert er verständnis für die gegner_innen des moscheebaus in köln ehrenfeld. dabei müsste doch sein kölner dom als erstes der abrissbirne zum opfer fallen, würde man die maßstäbe von necla kelek, gwg köln et. al. für repräsentative moscheen auch auf andere repräsentative sakralbauten anwenden. einen kleinen ausschnitt aus dem reaktionären repertoire von kardinal meisner gibt es bei heuschreck.

- während seine amtsvorgänger francois mitterand und jaques chirac sich zwar reichlich bei den politischen ideen und forderungen eines le pen bedienten ansonsten aber peinlich auf distanz zum antisemiten, völkischen freak und führer der front national, bedacht waren, kennt der neugewählte französische präsident sarkozy solche distanz, zumindest räumlich, nicht mehr. er traf sich am mit le pen zum kaffeekränzchen im präsidentenpalast um über europapolitik zu diskutieren.

- „here to stay“ lautet das motto einer kampagne zur rettung der kollektivmietverträge in einigen der schönsten studentenwohnheime göttingens. wer einmal die atmosphäre „normaler“ wohnheime mit einzelmietverträgen und zentralvergabe der wohnplätze schnuppern durfte, der wird nur zustimmen können, dass die zu rettenden wohnverhältnisse schon allein aus wohn-ästhetischen gründen erhalten bleiben müssen. wer die betroffenen wohnhäuser nicht kennt, dem sei der artikel „kampf um die rote straße“ von jan langehein aus der aktuellen jungle world empfohlen.

recommended listening 0607

blue sky[source.]

jess von la decadanse und jon[s] von proper villains haben sich zusammengetan und mit „ yogabootyballet “ einen mix produziert, dem man die hyperaktivität der beiden djs durchaus anmerkt. also kein mix der zum zurücklehnen und den sommer genießen einlädt, sondern eher zum ekstatischen tanzen. oder wie jess schreibt:

We both are known for having have severe ADD and it shows in each of our DJ sets so we figured why not put a mix together. It jumps all over the place but so do we. Enjoy!!!

[tracklist. | download.]

- die mixes von „mister blog“ vom „pardon my freedom„-blog zeichnen sich meist durch eine fast schon an die schmerzgrenze gehende poppigkeit aus. doch macht gerade dies den charme der „pardon my mix“-reihe aus. wie der januar-mix, so ist auch der aktuelle juni-mix sehr empfehlenswert. zusätzlich kann man etwaige französisch-kenntnisse beim studieren der tracklist nutzen/ausbauen:

Amerie „Some like it“ Son „1 thing“ était mon single préféré de 2005, ce morceau là est bien parti pour m‘accompagner tout l‘été, voire plus.
Une tranche de r‘n'b matiné d‘electro funk avec un sample de Malcolm McLaren extrêmement bien utilisé.
Chungking „Slow it down“ La pop sucrée de ces Anglais n‘est pas toujours des plus digestes mais quand le trop rare Richard X s‘en mèle, c‘est absolument délicieux.
Roisin Murphy „Overpowered“ L‘ex chanteuse de Moloko revient avec un bon single produit par Bugz In The Attic, en attendant un 2e album solo annoncé plus radio friendly.
Yacht „The summer song“ Un inédit métronomique qui n‘est pas sur leur excellent „I believe in you“ vanté plus bas.
Pase Rock „So fucking disco“ Son morceau avec Spank Rock sur Lindsay Lohan était top, mais sur une instru que ne renieraient pas les Chicken Lips, ça transpire encore plus.
Armand Van Helden „Full moon“ (feat. Common) Ces deux là sont tellement doués qu‘on passe aisément outre leurs grosses ficelles old school.
Escort „All through the night“ 4ème single et la barre est placée encore plus haut. C‘est un des sinon le meilleur nouveau groupe de 2007 : depuis combien de temps le disco n‘avait sonné aussi classieux, profond, sensuel, osons le mot essentiel ?
Chromeo „Bonafied lovin“ J‘ai appris avec joie et amusement qu‘ils passaient au festival Marsatac en Septembre.
Dizzee Rascal „Flex“ Pas encore convaincu par le 3e album sur la longueur, mais toujours de sacrées fulgurances.
Matt + Kim „Yea Yeah“ (Flosstradamus remix) Déjà un classique de la blogosphère, j‘avoue être un peu passé à coté.
Bonde Do Role „Office boy“ (Architecture In Helsinki remix) Quelle surprise quand j‘ai entendu la version originale dans l‘émission de Denisot…
Architecture In Helsinki „Hold music“ Eux aussi sont annoncé à Marsatac, un petit coté B52’s dans ce titre qui part un peu dans tous les sens.
Khan „I got to“ Moitié de Captain Comatose, incontestablement funky, un peu comme si Jon Spencer jammait avec les Chk Chk Chk.
Unkle „Restless“ (feat. Josh Homme) Les premiers avaient déjà remixé le groupe du second, l‘association des deux est waouh.
Von Südenfed „Fledermaus can‘t get it“ Il serait temps que je m‘interesse au cas The Fall, influence de tout ce que j‘aime mais dont les disques sont ardus, ce projet avec Mouse On Mars étant assez redoutable.
Teenagers „Homecoming“ Dans la série hymne coquin malin taquin ils ont tout bon ces petits jeunes.
New Young Pony Club „Hiding in the staircase“ L‘album dont on connait déjà la moitié des chansons tient étonnament bien la route pour l‘instant.
Beastie Boys „Suco de Tangerina“ Leur dernier disque est entièrement instrumental, et sacrément estival.

[download.]

- goldrand, ein noch recht neues label mit schwerpunkt auf hamburger electro-artists jenseits des mainstreams, hat, recht unbemerkt, schon im dezember einen labelsampler herausgebracht. darauf sind, neben anderen, tracks von gladbeck city bombing, brigitte rücklicht und rocky beach zu finden, die – so zumindest der eindruck nach anhören des samplers – nicht nur live zu gefallen wissen. die, überzeugend gestaltete, compilation kann unter: „goldrand[a]planet.ms“ bestellt werden. kaufempfehlung.

eine runde mitleid. #2

einem antiimp, der voller enthusiasmus zu den protesten gegen den g8-gipfel gefahren ist, wurde von noch vorhandener restvernunft übel mitgespielt: „diskriminierung im camp reddelich“ – ein emo-trauerspiel in – eigentlich – mehreren akten bei indymedia.

this thing is loaded.

(source.)

gute mixes sind gerade rar gesät. der „essential mix“ von justice ist zwar nicht schlecht, mir aber zu hektisch. unglaublich viel besser machen es paris mit ihrem „is this thing loaded“-mix. es gibt leider keine playlist, dafür aber eine stunde großartige musik für den sommer.

schön.

monet
das schönste was der g8-gipfel zu bieten hatte. war auch meine erste assoziation beim erstmaligen betrachten dieses bildes. aber wie die auch nicht zu verachtende ästhetik der riots, so wurde auch dieses bild nicht erzeugt ohne opfer, jenseits des untrennbaren paares polizei & demonstranten, zu fordern.

40 jahre six-day war – 40 jahre antizionistische linke.

dayan
(source.)
gestern vor vierzig jahren begann der sechs-tage krieg zwischen israel und den umliegenden arabischen staaten. da israel diesen krieg präventiv, in erwartung eines vernichtenden angriffs, begann, also einen angriffskrieg führte, war der staat der überlebenden des holocaust in den augen der damaligen „neuen linken“ nicht mehr das zu beschützende opfer, sondern täter auf der imperialistischen bühne und somit zu bekämpfen. der aus schuldkomplexen aufbauende philosemitismus dieser linken wandelte sich fast über nacht in antizionismus. verstärkt wurde dies durch die philosemitische, die israelis positiv mit der wehrmacht vergleichende, berichterstattung der bild-zeitung, damals noch mehr als heute post-faschistisches hetzblatt. auch wenn der antizionismus zumindest in der radikalen linken in deutschland nach einem langen diskussionsprozess längst nicht mehr hegemonial ist, gibt es immer noch viele, die sich von den letzten antizionisten nicht distanzieren möchten und diese auf ihren demonstrationen mitmarschieren lassen (z.b. pali-block in rostock). in der linken ausserhalb deutschlands ist eine antizionistische position dagegen immer noch hegemonial und wird nur wenig in frage gestellt.

sehr viele infos zum krieg gibt es in „the six day war – 1967-2007“ der israelischen tageszeitung haaretz.

während der im sechs-tage krieg errungene sieg, aufgrund der daraus resultierenden und noch ungelösten probleme, wie z.b. der besatzungsproblematik, von vielen israelis mittlerweile auch kritisch betrachtet wird, fängt man in palästinensischen zeitungen an, die besatzung nicht nur mehr rein negativ zu sehn:

One journalist quoted by MEMRI, Majed Azzam, wrote in the Hamas-affiliated weekly Al Risala in Gaza that Palestinians “should have the courage to acknowledge the truth” that the only thing that “prevents the chaos and turmoil in Gaza from spreading to the West Bank is the presence of the Israeli occupation.”

Another Palestinian writer, Bassem al-Nabris, a poet from Khan Younis in the Gaza Strip, wrote on the Arabic news Web site Elaph that if there was a referendum in the Gaza Strip on the question of whether people would like the Israeli occupation to return, “half the population would vote ‘yes.’ ”

“But in practice,” Mr. Nabris continued, “I believe that the number of those in favor is at least 70 percent, if not more.”

“If the occupation returns,” he added, “at least there will be no civil war, and the occupier will have a moral and legal obligation to provide the occupied people with employment and food, which they now lack.”

(source.)
fast zu schön wäre es, wenn diese meinungen innerhalb der bevölkerung der pa hegemonial würden.

adorno. #2

mixed #30

- undankbar. die israelische organisation „peace now“ demonstriert am 40. jahrestag des sechs-tage-krieges in hebron u.a. gegen die unterdrückung der palästinenser und den fortschreitenden israelischen siedlungsbau in der westbank. denen für die sich die aktivist_innen einsetzen fällt natürlich nichts besseres ein als die „peace now“-busse mit steinen zu beschmeissen. denn wo die deutschen antizionisten so gut zwischen guten und schlechten juden zu unterscheiden wissen um auch ja nicht als antisemiten zu erscheinen sind vielen palästinensern solche unterschiede einerlei. egal wie „der jude israeli“ sich verhält, was er tut, er ist zu bekämpfen, bis auch der letzte von ihnen ins „meer getrieben“ ist.

- moral masturbation. über den boykott britischer akademiker_innen gegen israel und israelische akademiker_innen.

- interpretationsspielraum. die notorisch neutrale schweiz, im zweiten weltkrieg trotz neutralität nicht unschuldig und profiteur des deutschen gold- und waffenschmuggels, plant offenbar – ganz neutral – ein seminar über die „unterschiedliche perzeption des holocaust“ in genf abzuhalten. zumindest soll dies so dem iran als vorschlag unterbreitet worden sein. wenn man so neutral ist wie die schweiz kann man wahrscheinlich nicht anders als in ihren wahnwelten befindliche holocaustleugner und – relativierer als diskussionspartner ernst zunehmen. schade, dass es nicht so ist wie fleischlego es einst besungen haben: die schweiz als virtuelles land. (via.)

the future of riot.

(via.)

leider nichts für veganer. dafür weniger arbeit für sanitäter und ärzte. il und attac würden sich trotzdem distanzieren…

idiot des tages. heute: monty schädel

herr schädel im zdf-interview:

„Daß wir jetzt diese Bilder, die wir gerade auch als Rostocker Bündnis vermeiden wollten, die Wiederholung von solchen Bildern die wir 1992 schon in Rostock bei dem Überfall auf das Asylbewerberheim hatten wieder hier aus Rostock haben, das ist ein großer Mißerfolg, das ist das was wir nicht wollten, was von uns nicht vorbereitet worden ist, was wir auf keinen Fall gutheißen.“

(via.)

man muss die krawalle nicht glorifizieren oder als revolutionär überhöhen, man kann sie, als sesselpupser, einfach im tv verfolgen und sich über die scheinheiligkeit aller beteiligten bei erklärungsversuchen freuen. klar ist: alle hatten spaß (autonome) bzw. haben ihren job erledigt und hatten vermutlich auch spaß (polizei). auch den journalist_innen, die sich beim senden der bilder schon beklagen, dass sie eben diese nicht haben wollen, dürfen sich nicht beklagen, wissen sie doch, dass der krawall als spektakel einschaltquote sichert und die todesmutig geschossenen bilder aus dem steinhagel sich gut verkaufen lassen. nur monty schädel und werner rätz haben das nicht ganz kapiert. eine leichte distanzierung hätte für sie vollkommen gereicht. doch man bringt, ungefragt, verständnis für die polizei auf (rätz) oder schwingt die totalitarismuskeule ganz heftig (schädel) und liefert so den medien, der polizei und der politik ein stichwort, das denen noch gar nicht eingefallen war. das es ein entscheidender unterschied ist, ob die angegriffenen wehrlose flüchtlinge sind oder gutausgerüstete polizei-kräfte mag herrn dickschädel nicht einfallen. vor allem: der wahllose riot, so sinnlos er auch ist und so wenig ich mich mit ihm oder den ausführenden (autonome&polizei) identifiziere und die völkisch-rassistischen progrome der frühneunziger lassen sich nur über eines überhaupt verbinden: die gewalt. zur gewaltdebatte hatte die aab schon im aufruf zur 1.mai demonstration 2001 einiges gesagt, was der herrn demoanmelder wohl nie verstehen wird. er kann es ja nochmal nachlesen.

edit: während zumindest die distanzierung schädels von den riots aus rechtlichen gründen verständlich ist – er war demoanmelder – so hat sich die interventionistische linke (il) mit ihrer distanzierung endgültig ins sozialdemokratische lager verabschiedet. wenn einem der riot nicht schmeckt und das schöne bündnis zu sprengen droht, dann schweigt man am besten dazu, wenn man sie schon nicht verteidigen will. konstruktives mitmachen wandelt sich zur totalen regression, aber vielleicht springen ja fürs brave mitspielen ein paar jobs für euch raus, so als neue sozialdemokraten, wenn die.linke in zwei jahren in der bundesregierung ist. man muss halt sehen wo man bleibt.

eine runde mitleid.

aus dem spiegel-ticker:

[17:29] Die Polizei meldet 18 verletzte Polizisten, drei von ihnen würden im Krankenhaus behandelt.

sesselpupsen #2

die financial times deutschland konnte mir mit ihrer wm-analogie und der titulierung des anti-g8 protestes als fanmeile schon ein schmunzeln abringen. und wie die fanmeilen und public viewing areas während der wm, so sind auch auch die events der g8-gegner ein eher zu meidener ort. und sei es nur wegen der durchweg schlechten musik der im kulturprogramm auftretenden künstler, dem durchwachsenen wetter, der langeweile von latschdemos, der großen anzahl von ordnungshütern, die atmosphäre vergiften oder weil man einfach besseres zu tun hat.

seit ende april hat sich noch einiges getan. der sicherheitsstaat hat die sicherheitsgesellschaft wieder überholt und nutzt die gipfelproteste seinerseits zum ausloten der grenzen des möglichen hinsichtlich überwachung und kontrolle. die „hedonistische internationale“ wurde endlich treffend kritisiert (via.), café morgenland und fluchschrift äußerten sich über den deutschen mob aus g8-gegnern und anti-g8-gegnern(via.). auch das [a:ka], seit genua fundierte kritikerin der anti-globals, ruft zur nicht-teilnahme am gipfelsturm auf und richtet sich dabei vor allem an das durchs „…ums ganze„-bündnis reprästentierte spektrum der „reflektierten“ heiligendamm-pilger. alles sehr lesenswert.