aus dem fusion-forum.

auf der fusion sprayen? infantiles distinktions-geheische und dumm weil den unterschied zwischen „draußen“ und einem weitgehend „non profit“-festival nicht verstehend. harmlos aber im gegensatz zu denjenigen, die sich im fusion-forum in gewaltphantasien gegen sprayer_innen ergehen, bzw. ihren ressentiments freilauf gewähren:

Ob das wirklich nur „schwarze Schafe“ sind? Meiner Meinung/Wahrnehmung nach sind Schwerstkriminelle unter den Schmierfinken und Kratzern überproportional vertreten.

interessant.

AUF JEDEN FALL HAMMER RAUS!FÜR SO EINE VERUNSTALTUNG AUF JEDEN FALL HÄNDE AB!!

DIE ANDEREN DIE DA NOCH RANGESCHMIERT HABEN SIND GENAU SO RAUS

scharia-bestrafungen sind ja so toll…

Bin dafür, dass die Spielregeln überarbeitet werden:

„Nazis und Sprayer müssen selbstverständlich draußen bleiben. Geht Heim und denkt über euer Leben nach!“

sprayer=nazis?

Die ganze Diskussion ist so lächerlich, Leute, die Flächen besprühen, welche nich dafür gedacht sind (
z.B. Work out Hangar) usw.
gehören ordentlich verdroschen und ausgeschlossen.
Ich persönlich habe dieses Jahr wirklich fast gar nichts davon mitbekommen, warum auch immer Shocked Wink
Aber eins weiß ich, im nächsten Jahr werde ich es tun und wenn ich nur einen erwische, dem prügel ich die grütze aus dem schädel.
Nicht weil ich ein gewaltbereiter Psycho bin, sondern weil sich einige Leute dermaßen respektlos verhalten.
Provokation und Auflehnen gegen das Establishment in grauen Metropolen und Ghettos mag ich auch nur teilweise tolerieren, weil auch dort ganz klare Sachbeschädigung betrieben wird und die persönlichen Grenzen anderer mutwillig übertreten werden.
ABER keiner kann mir erzählen „Ich dachte, ich kann mich auf der Fusion ausleben, in dem ich das (teilweise geliehene) Hab und Gut anderer Leute, in Form von Ständen, Deko, Autos und Zelten verschönere“ oder „Ich dachte auf der Fusion ist alles erlaubt“
Ihr intolleranten Wic…ser macht damit allen anderen 33900 Leuten das Festival kapputt.
Fusionisten/INNEN wehret Euch, bringt die Leute, die Ihr erwischt, zur Strecke – wie auch immer und laßt uns gemeinsam dieses Pack,nicht Künstler (weil, die Stellen Ihre Künste an den dafür vorgesehenen Stellen zur Schau) vom Gelände jagen.
Dies gilt ebenso für Leute, die auf andere Art demolieren, zerstören, destruktiv sind.
Jeder, den wir nächstes jahr erwischen, wird es bereuen.
Und Leute wie FG, du bist wahrscheinlich ein selbsternannter Anarchist, was ist das für eine Weltanschauung- lass dein zeug zu haus, du mußt damit rechnen das es beschädigt oder geklaut wird-.
Ich fahre seit vielen Jahren auf die Fusion weil dies früher nie ein Thema war, sondern LOVE; PEACE & HARMONY
Sicher leben, ABER AUCH LEBEN LASSEN. Und wenn du machst was du willst und kein Bock auf Plichten und Grenzen hast, die NOTWENDIG SIND BEI EINEM HARMONISCHEN ZUSAMMENLEBEN NAMENS GESELLSCHAFT, dann verpiss dich doch auf eine einsame Insel, da kannst Bäume hoch klettern, im sand spielen, neben dein Nachtlager kacken und laut grunzen.
Helft Fusion erhalten, denn FUSION 4 EVER

nein, kein gewaltbereiter psycho. er will doch nur menschen totschlagen, die ein kapitalverbrechen wie sprayen begangen haben…

@fusionaut:
das ist doch mal ne eindeutige ansage! hoffe es erreicht auch die richtige adresse.

wie wärs mit der gründung einer FUSION-BÜRGERWEHR? wenn die sprayer-idioten wissen, dass es sowas gibt, hält es den einen oder anderen von seinen taten schon vorher ab. und wenn man einen erwischt, steht man wenigstens nicht allein da…

bürgerwehr? da muss man doch keine gründen. in den umliegenden käffern findet sich bestimmt die ein oder andere kameradschaft die diese aufgabe gerne übernehmen wird. vor allem das mit der „grütze aus dem schädel schlagen“.

soko „wand und farbe“

idioten des tages. heute: die klimaschützer von berlin.

klimawandel-hysterie, agressiver kommunitarismus und eine gute portion dummheit müssen wohl bei diesen „klimaschützern“ zusammengekommen sein:

Monsterautos lahmgelegt
BB 21.07.2007 15:02 Themen: Ökologie
SUVs in Grunewald, Steglitz und Charlottenburg lahmgelegt

In der vergangenen Woche haben Klimaschützer während bisher fünf Nächten in Berlin zahlreiche verbrauchsintensive Fahrzeuge lahmgelegt, häufig SUVs oder große Sportwagen. In jedem Fall Fahrzeuge, die durch einen durchschnittlichen Verbrauch von über 10 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern das Klima besonders belasten.
Dazu bedienten sie sich einer simplen, aber effektiven Technik: In die abgeschraubte Ventilkappe vom Reifen wird ein kleiner Kiesel gelegt, diese wird anschließend soweit aufgeschraubt, dass der Lüfterstift vom Ventil durch den Kiesel heruntergedrückt wird und nun langsam die Luft entweichen kann. Nach 10 bis 15 Minuten ist der Reifen platt.

Die Klimaschützer wollen mit ihrem Vorgehen die Mitverantwortung der Autofahrer für den Klimawandel deutlich machen und zu einem verantwortungsbewußten Handeln auffordern. In dem hinterlassenen Flugblatt fordern sie, auf die Nutzung der besonders klimaschädlichen Automodelle zu verzichten und umweltfreundlichere Fortbewegungsmethoden zu wählen.

Eine ähnliche Bewegung gibt es seit etwa zwei Jahren in Frankreich.

was kommt als nächstes? anschläge auf flughäfen und reisebüros, auf import/export-firmen, auf alle geschäfte die nicht nur waren von der heimischen scholle verkaufen? diese „klimaschützer“ erreichen spielend leicht das regressionsniveau der rechtskonservativen leugner anthropogener ursachen des derzeit stattfindenden klimawandels…

recommended listening 0707

jungleefdemin – efdemin [dialcd10] ja, auf dial erscheint gerade nur richtig gute musik. musik zu der man nächte und tage durchtanzen kann und möchte, musik die auch auf die dauer nicht nervt und on repeat gespielt werden kann. das war schon beim zweiten pdp longplayer so und nicht anders ist es bei der ersten lp/cd von efdemin, auch wenn es bei efdemin eher nach vorne geht, während pdp eher atmosphärisch wird. efdemin begeisterte letztes jahr alle mit dem hit „bergwein“ [dial30], der auch auf der cd ist, ebenso wie das bereits auf der split-12″ mit angelo battilani erschienene „lohn und brot“. die weiteren acht tracks fallen jedoch gegenüber den „hits“ keineswegs ab, es ergibt sich vielmehr ein geschlossen wirkendes gesamtwerk, das nicht nur tanz- sondern auch komplett durchhörbar ist. hervorzuheben ist dennoch track no.3 – le ratafia – dessen treibender beat von unglaublich euphorisierender melodie begleitet wird und eine ähnliche wirkung entfaltet wie „saturn strobe“ auf der pdp-lp. absolut zum kauf empfohlen.

shy child werden von missingtoof als „[…] electronic music group from NYC that flows in the same vein as klaxons, hot chip, and soulwax[…]“ beschrieben. nun ja, ähnlichkeiten mit der musik von hot chip kann ich nun gar nicht erkennen. shy child erscheinen höchstens als manische seite, wo hot chip die depressive verkörpert. und auch die ähnlichkeit mit soulwax und klaxons ist eher marginal, wobei sie deutlich besser als letztere sind, wenn man die drei freundlicherweise von missingtoof geposteten tracks als maßstab nimmt. aber bildet euch doch selbst ein urteil. ich bin begeistert.


shychild – drop the phone


shychild – astronaut


shy child – kick drum (feat. spank rock)

moving

missingtoof ist das wohl momentan beste mp3-blog. sie verzichten auf z-share oder ähnliche nervigen downloaddienste und packen die mp3s stattdessen auf ihren eigenen server, was den komfort deutlich erhöht, denn nur so ist es möglich soundfiles (wie z.b. von shy child) direkt mit dem audioplayer-plugin hier einzubinden. dazu kommt noch, dass nicht nur die quantität, sondern auch die qualität des outputs nahezu durchweg sehr hoch ist. stellvertretend will ich hier nur den „movin mix“ von pow wow vorstellen, die unter dem namen fitforuse schon für den in der tat awsome „awesome bummer“ verantwortlich waren.


powwow – movin mix

tracklist:

The Teenagers – Feeling Better (Intro)
Don Armando – I’m an Indian Four (Twitch Edit)
LSB – Fog
Pase Rock – So Fucking Disco
Fox n Wolf – Claws Against Knives (Todd Terje Remix)
Yelle – ACDG (TEPR Remix)
Krames – Flip Fantasia
Justce – DVNO (Red Foxx Edit)
SMD – I Believe (Switch Remix)
Codebreakers – Exiled (Miami Horror Remix V.1)
Bonde Do Role – Office Boy (Shir Khan Mix)
Human Resource – Dominator (Red Foxx Remix)
LA Riots – Diamonds in the Dark
Cassius – Rock No. 1 (KIM Remix)
Curtis Vodka – Get Down
Escort – All Through the Night (Rapture Remix)
Goose – Bring It On (JFK Remix)
TEPR – My Name is Prince
Kocky – Keep Ballin’
Tough Alliance – 25 Years and Running
John Dahlback – Everywhere
Muscles – One Inch Badge Pin (Van She Remix)
Dragonette – Take It Like a Man (Felix Cartal Remix)
Live Element – Something About You
Lifelike – In My Car
Digitalism – Echos

[download]

vancouver

last but not least: der neueste mix von expendable youth für radiozero aus vancouver, der großartigen stadt an der westküste canadas. gefällt mir sogar noch besser als der pow wow mix.


expendable youth – radiozero44

tracklist:

1) Madox – Plastic Fantastic (Riva Starr Chunky as Fuck Remix) (+ a word
from Geraldo Rivera with inspiration from Mr. Oizo) / Les Petit Pilous -
E-Lec-Tronic
2) Muscle – One Inch Badge Pin (Bag Raiders Protein Shake Up)
3) New Order – The Beach / Klaxons – Golden Skans to Interzone (SoMe Rmx)
(EY Golden Skans to the Beach Relapse)
4) Thomas Andersson – Washing Up (Tiga Rmx) / ZZT – Lower States of
Conciousness (EY Tiga on Tiga Edit)
5) Mason – Quarter
6) Diplo – Betty
7) MSTRKRFT – Street Justice 07 (MSTRKRFT rmx) / Etienne de Crecy – Fuck
10) Expendable Youth Shots on the Dancefloor Interjection
11) Mr Oizo – Flat Beat / CZR – Chicago Southside (EY Dance a Little Bit
Blend)
12) Claude Von Stroke – Deep Throat / Zombie Nation – Peace and Greed /
M.I.A. – Boyz (Acapella) (EY like Zombies and Peace and Greed and Boyz)
14) Roisin Murphy – Overpowered (Kris Menace Remix)
15) Green Velvet – Powered
16) The Rapture – House Of Jealous Lovers
17) Boys Noize – & Down (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!)
18) Armand Van Helden – I Want Your Soul
19) Le Knight Club – Santa Claus
20) Cut Copy – Hearts on Fire (Joakim Mix)
21) Digitalism – Pogo (Maximized by Punks Jump Up) / Crookers – Aguas de
Parco
22) Breakbot – Happy Rabbit

[download | source]

it all adds up to nothing.

packliste für einsame insel.

(inspiration.)

turboblut am arsch der hölle?

das video zum zum neuen turbostaat song „harm rochel“. so sehr nach dackelblut oder blumen am arsch der hölle klangen sie wohl noch nie, obgleich der einfluss der großartigen hamburger bands auf turbostaat und ihre vorgängerbands (exil, unabomber,…) ja schon immer recht stark war. (via.)

idiot des tages. heute: der bomben-nazi

der „rechtsextremist“ wie spiegel-online ihn nennt ist nicht der erste seiner gesinnung, der das mit dem bombenbauen zum glück und zu seinem nachteil nicht ganz kapiert hat. anfang der 90er jahre des letzten jahrhunderts jagte sich bereits ein nazi in der nähe von göttingen mit einem selbstgebauten sprengkörper in die luft. anders als der heutige trottel aus sachsen hat es der, mit gutem beispiel vorangehende, südniedersachse damals aber direkt nach walhalla gemacht. bleibt zu hoffen, dass sich weitere nachahmer_innen in kreisen der völkischen freaks finden lassen, die ähnlich ungeschickt mit sprengstoffen zu hantieren wissen und nur sich selbst und niemand anderen dabei zu schaden bringen.

die neue jungle world.

jungle heute zum ersten mal die neue jungle world. erster eindruck, den auch andere bestätigten: sieht seriöser aus. ob es besser oder schlechter gefällt als die alte jungle vor dem relaunch vermag ich noch nicht zu sagen. ansonsten im „dschungel“, der neuen magazinbeilage der jungle world, ein von tjark kunstreich geführtes interview mit einem schwulen pornostar aus israel, der darin seine reichlich kruden ansichten – zu themen wie rassismus, islam und fallaci – ausbreitet. manchmal ist es besser einen pornostar pornostar sein zu lassen und ihn nicht als quasi-experten in gesellschaftlichen dingen vorzuführen. dann blieben einem weisheiten wie diese:

Der Begriff Rassismus ist an die Hautfarbe gebunden. Es geht nicht um Religion oder Na­tio­na­li­tät, sondern um schwarz und weiß

nämlich erspart. davon ab – und auch abgesehen von der unverschämten reduktion der größe der comics – ist das neue magazin gelungen, besonders auch die abschließende bilderserie von feiernden deutschen während der wm im letzten jahr. obwohl mir diese fast ein wieder hochkommen des gerade zu mir genommenen frühstücks beschert hätte.

fazit: nicht zuviel neues im format der neuen jungle world und auch inhaltlich, zumindest nach dem ersten anlesen und durchblättern nichts grundsätzlich anderes als gewohnt.

nestbeschmutzer.

in der ddr durfte es keine neonazis geben, keine völkischen skinheads. es war schließlich ein per definition antifaschistischer staat. wer behauptete es gäbe nazis, wer sich gegen sie wehrte oder gar ihr opfer wurde konnte nur ein nestbeschmutzer und 5. kolonne der brd. in der brd war das nicht sehr viel anders, außer, dass man auf die selbstdefinition „antifaschistisch“ nicht sehr viel wert legte und antifaschist_innen als eben 5. kolonne des bolschewismus sah. im wiedervereinigten deutschland gibt es keine derartigen 5. kolonnen mehr. was es immer noch gibt ist die unart nicht diejenigen als nestbeschmutzer zu titulieren, die das „nest“ „beschmutzen“, sondern diejenigen, die auf die „beschmutzung“ hinweisen. see nothing, say nothing, hear nothing ist die erste bürgerpflicht wenn es darum geht real existierende probleme mit nationalsozialistischen dorfgemeinschaften unter den tisch zu kehren. ist nicht gut die wahren verhältnisse in den braunen käffern aufzudecken, wegen tourismus und dem sensiblen ausland und den investoren die ausbleiben und so. zwar hat sich hier schon einiges geändert, das offensive verschweigen ist vielerorts geächtet und spätestens seit der schröderschen „antifa-offensive“ ist es eher der tonfa als der teli, den die völkischen freaks fürchten müssen, aber es gibt immer noch orte wie dessau (mehr…) und es wird sie auch weiterhin geben, in denen es der karriere, z.b. von polizeibeamt_innen, nicht wohl bekommt, wenn sie nach vorschrift gegen völkische freaks ermitteln. denn dann muss das innenministerium einen anstieg von straftaten mit „rechtsextremem hintergrund“ vermelden und erst dann fängt das problem für die bürgermeister und polizeipräsidenten in den browntowns an. solange nur „ausländer“ und andere angezündet oder misshandelt werden von den autochthonen nachwuchsariern (oder auch in polizeizellen verbrennen) ist alles noch in bester ordnung, nur wissen darf es halt keiner, die illusion einer heilen welt muss mit allen mitteln verteidigt werden.

anhören.

- schorsch kamerun von den goldenen zitronen hat ein hörspiel produziert und für dieses den „hörspielpreis der kriegsblinden 2006″ erhalten. in wie weit dies als qualitätskriterium taugt kann ich hier nicht beurteilen. einfach mal anhören deshalb und auf fitzcarraldos empfehlung vertrauen.

- detlev claussen, professor in hannover, autor diverser bücher deren spektrum von der wohl besten adorno-biographie bis zur „weltgeschichte des fußballs in einer person“ reicht und theoretiker in der „tradition“ der kritischen theorie, gab dem deutschlandfunk ein interview über „fundamentalisierungsprozesse, identitätspolitik und xenophobie“. laut lysis „relativ spannend“ und idrawESCAPEplans meint, dass dabei ein „ein absolut hörens- und empfehlenswerte[r] beitrag“ herausgekommen ist.

dates.dates.dates.

über die ep „minima moralia“ von theodor w. adorno wurde vor über einem jahr schon berichtet. jetzt stattet aber wirklich eine band mit dem sympathischen namen des autors der negativen dialektik hamburg einen besuch ab. die portugiesen, die sich „punkrock im weiteren sinne“ [1] bzw. „screamo und post-hardcore“ [2]verschrieben haben, werden am 26.7.2007 zusammen mit suchi rukara (ebenfalls p) in der roten flora ein konzert geben.

vor adorno darf man sich aber schon auf efdemin freuen, der am 13.07.07 im pudel auflegen wird. genau einen tag nach einem „myspace secret konzert“ im übel&gefährlich. doch secret ist da gar nichts mehr: die electro-popper von justice werden zum tanz bitten und da das ganze für umsonst ist kann man ja auch mal vorbeischauen. nur: wo bekomme ich jetzt ein ordentliches myspace-profil zum ausdrucken her? laut bewegungsmelder ist dies nämlich bedingung für kostenlosen eintritt…

einen tag nach adorno wiederum, am 27.07.07, wird chloé, die schon auf der fusion zu begeistern vermochte, bei frauen&technics im übel&gefährlich auflegen. auch mit dabei: dj diseuse und gesine pertenbreiter. vorfreude!

kühe, schweine, ostdeutschland – fusion 2007

ich war ja vorher skeptisch. fusion, das hippie-festival in mecklenburg, deutschland-beflaggt und jan-delay-zum-ärgern-der-antideutschen-einladen, das waren meine ersten assoziationen. nicht wirklich überzeugend. und auch der enthusiasmus der mitfahrenden im vorfeld konnte und wollte mich nicht so recht erfassen. das line-up wusste dann aber zu gefallen und statt der skepsis stellte sich neugier ein.

(source.)

die begrüßung auf der fusion war gleich anständig, zwei autos in der doch recht kurzen schlange bei der bändchen-vergabe-station mit naziaufklebern. einmal „i love germanische neue medizin“ und einmal „death in june“. danach konnten jedoch keine weiteren nazis gesichtet werden. und auch ihr reziprokes pendant, die hippies, waren nicht in den befürchteten massen vorhanden und abseits von trancefloor und dub-station nur selten anzutreffen. und der testosteron-schweinezucht-hormon bodensatz sammelte sich zum glück und fast ausschließlich auf dem – dafür extra vorgesehenen – trancefloor. da einige aus meiner posse unverständlicherweise auch von trance sich angezogen fühlten schaute auch ich mich dort einige male um. ein erschütterndes bild: kaputte hippies wälzten sich im schlamm, die erwähnten hormonopfer, die – von mdma vorübergehend etwas entbarbarisiert – in hippiemanier kleine lila fähnchen schwenkten. wäre die musik nicht so grausam und der gestank nicht so unerträglich gewesen, ich hätte mir die freakshow durchaus noch länger gegeben. morbiden unterhaltungswert hatte es definitiv.

dank dieser ästhetischen müllhalde konnte die fusion ansonsten überzeugen. ein audiovisueller overkill. überall sachen die zu entdecken waren, überall neue musik. man kam aufgrund des umherstreifens und -flanierens kaum zum tanzen. was auch daran lag, dass sich selten ein flow entwickeln und über längere zeit zu halten vermochte, zu wenig waren die sets musikalisch aufeinander abgestimmt. eine großartige ausnahme bildeten hier die sets von eule und kombinat 100 (?) am sonntag nachmittag/abend auf der seebühne. chloé war auch sehr gut, nur leider war das turmbühnen-vergnügen am sonntag-abend dank starker geruchsbelästigung doch sehr eingeschränkt. als die nase noch weniger beim tanzen leiden musste, am samstag morgen, wussten sowohl extrawelt als auch der nachfolgende oliver koletzki zu überzeugen und zum raven am frühen morgen zu animieren.

live konzerte interessieren mich momentan nur noch wenig. man kann nur selten dabei tanzen und das rumstehen und hals verrenken nervt in der regel nach einer halben stunde. das erste konzert auf der fusion – bei alec empire war ich wegen überfüllung nur 5 minuten – war robots in disguise am samstag auf meinem favorite floor – der seebühne. nach wenigen minuten hatten die beiden robots dafür gesorgt, dass ich die abneigung gegen konzerte komplett vergaß. es war tanzbar, es war großartig, es war nie langweilig und nichts war mehr als gute laune. großartige musik die perfekt live präsentiert wurde, da störte es auch nicht, dass die texte euro-nationalistisch und pro-berlin waren. in diesem moment hätte mich kein noch so unerträglicher text verstören oder gar meine gute laune zerstören können. viel zu früh war das konzert dann zu ende. ich kann mich nicht erinnern wann ich je das gefühl hatte, die band hätte noch stundenlang weiterspielen können. robots in disguise haben es als eine von wenigen bands drauf ein konzert dann zu beenden, wenn es am schönsten ist.

nach diesem paradiesischen erlebnis folgte dann schon gleich das nächste highlight: stereo total. seit ewigen zeiten einer meiner favorite artists, mit ihrem song „exakt neutral“ namensgeber_innen des blog untertitels. das konzert wurde bequem vom datscha-balkon aus betrachtet. hier war die musik zwar etwas zu leise, dafür war der blick auf die bühne sehr gut und auch die massen von oben zu betrachten war sehr beeindruckend. rückblickend waren stereo total zwar nicht ganz so gut wie robots in disguise, aber auch sie spielten zu kurz und sorgten für gute laune. nur das ambiente – der blick über das gelände bei einbrechender dunkelheit – war noch ein bisschen besser. nach stereo total war dann auch schluss mit konzerten und betrunken, und voller guter laune wurde sich nur noch dem tanzen, umherstreifen und friends treffen gewidmet.

epilog:
ich kann mich dem fazit von torsun: „tolle leute, tolle stimmung, tolle musik… toll, toll, toll!!!“ nur anschliessen. nächstes jahr bestimmt wieder. danke an meine posse und an die friends man nach langer zeit auf der fusion – zufällig oder geplant – wieder einmal treffen konnte. guter vorsatz für nächstes jahr: more rave – less talk.

bei selbstmordparty und shlomo gibt es schicke fotos zu betrachten und im fusion forum tummeln sich die üblichen verrückten und diskutieren über „den verfall der fusion“, „coca-cola auf der fusion“ oder darüber, dass „nazis wegtrampeln“ doch böse weil nicht gewaltfrei sei. besser als fernsehen.