wie sich die bilder gleichen.

der verlag campus bewies enormes geschick bei der covergestaltung der von ihm verlegten deutschen ausgabe des buches „the israel lobby“ von john j. mearsheimer und stephen walt und bestätigt, sicher unfreiwillig (oder doch ganz einfach zielgruppengerecht? der werbezettel des campus verlages nimmt auch kaum ein blatt vor den mund), die kritiker_innen, die dem buch und seinen autoren antisemitismus vorwerfen. so reicht jetzt ein blick auf das cover-bild um das buch da einzuordnen wo es hingehört: zur antisemitischen propaganda.

cover der deutschen ausgabe:

israel-lobby

nazi-propaganda von johann von leers:

nazi-dreck
(bilder via hurryupharry)

zur illustren biographie von „hitler’s number one anti-semite“ (source.) schreibt das blog „instant coffee“:

Genauso wenig zufällig ist, wie von Leers’ Karriere weiterging, nachdem sein geliebtes Drittes Reich kapitulieren musste. Ab 1955 lebte er in Ägypten und arbeitete für das ägyptische Informationsministerium – unter anderem gab er eine arabische Ausgabe der Protokolle der Weisen von Zion heraus. Mustafa Ben Ali, so einer der Namen von Leers’ nach seiner Konversion zum Islam, wurde ein enger Freund des ebenfalls von Deutschland nach Ägypten geflüchteten Haj Amin al-Husseini. Mit dem ehemaligen Mufti von Jerusalem zusammen setzte er ungebrochen seinen Kampf gegen die Juden fort, die als Konsequenz der antisemitischen Verfolgung einen eigenen Staat gegründet hatten.

edit: im newyorker findet sich ein review von „the israel lobby“, in welchem der autor zu einem interessanten und meiner meinung nach zutreffendem schluss kommt:

But that is clearly not the source of the hysteria surrounding their arguments. “The Israel Lobby” is a phenomenon of its moment. The duplicitous and manipulative arguments for invading Iraq put forward by the Bush Administration, the general inability of the press to upend those duplicities, the triumphalist illusions, the miserable performance of the military strategists, the arrogance of the Pentagon, the stifling of dissent within the military and the government, the moral disaster of Abu Ghraib and Guantánamo, the rise of an intractable civil war, and now an incapacity to deal with the singular winner of the war, Iran—all of this has left Americans furious and demanding explanations. Mearsheimer and Walt provide one: the Israel lobby. In this respect, their account is not so much a diagnosis of our polarized era as a symptom of it.

die israel-lobby und somit israel als scapegoat des versagens der us-politik. dies ist nicht notwendig antisemitisch, trägt aber antisemitisches potential in sich und wird auch schon freudig als solches rezipiert. gefährlich wird es dann, wenn dem mob die niederlage im mittleren osten bewusst wird und ein schuldiger gesucht wird und gefunden werden muss. mearsheimer und walt haben „die israel lobby“ als solchen schonmal präpariert.

6 Kommentare »


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  1. ebenso lesenwert ist josef joffes beitrag in der „zeit“ über die „koscher nostra“
    http://www.zeit.de/2007/37/Juedische-Lobby?page=all

    Comment von streifenstyle — 11. September 2007 @ 00:36

  2. […] Unverfrorener noch wird zum Halali auf die Juden geblasen, wenn es gegen die in der USA imaginierte “Israel-Lobby” geht. Obwohl die Stoßrichtung klar ist und die Bildsprache unübersehbar nationalsozialistischer Symbolik gleicht, würden die Autoren des Buches “Die Israel-Lobby. Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird” wie auch ihr hiesiger Verlag, Campus aus Frankfurt/Main, den Vorwurf des Antisemitismus sicher ebenso einhellig zurückweisen wie sie auf Anfrage eine Erklärung für Toleranz und gegen das Rammen von Messern in Judenbäuche im Straßenverkehr unterzeichnen würden. […]

    Pingback von Wartezeit überbrücken … :: :: September :: 2007 — 11. September 2007 @ 01:02

  3. Endlich…dachte schon, ich müsste mir das Buch auf Englisch kaufen.

    Comment von Lathandir — 11. September 2007 @ 01:09

  4. Von Stratfor (rechter, militaristischer miet-think tank) gibt es eine Analyse über den Einfluss der Israel-Lobby in den USA, weil ich hier nicht so rumspammen will poste ich nur mal die lezten Absätze mit der Schlussfolgerung:

    There is a powerful Jewish, pro-Israel lobby in Washington, though it was not very successful in the first 20 years or so of Israel’s history. When U.S. policy toward Israel swung in 1967 it had far more to do with geopolitical interests than with lobbying. The United States needed help with Egypt and Syria and Israel could provide it. Lobbying appeared to be the key, but it wasn‘t; geopolitical necessity was. Egypt was anti-American even when the United States was anti-Israeli. Al Qaeda would be anti-American even if the United States were anti-Israel. Rhetoric aside, Iran has never taken direct action against Israel and has much more important things on its plate.

    Portraying the Israel lobby as super-powerful behooves two groups: Critics of U.S. Middle Eastern policy and the Israel lobby itself. Critics get to say the U.S. relationship with Israel is the result of manipulation and corruption. Thus, they get to avoid discussing the actual history of Israel, the United States and the Middle East. The lobby benefits from having robust power because one of its jobs is to raise funds — and the image of a killer lobby opens a lot more pocketbooks than does the idea that both Israel and the United States are simply pursuing their geopolitical interests and that things would go on pretty much the same even without slick lobbying.

    The great irony is that the critics of U.S. policy and the Israel lobby both want to believe in the same myth — that great powers can be manipulated to harm themselves by crafty politicians. The British didn‘t get the United States into the world wars, and the Israelis aren‘t maneuvering the Americans into being pro-Israel. Beyond its ability to exert itself on small things, the Israel lobby is powerful in influencing Washington to do what it is going to do anyway. What happens next in Iraq is not up to the Israel lobby — though it and the Saudi Embassy have a different story.

    Comment von bikepunk 089 — 11. September 2007 @ 12:24

  5. antisemiten und andere verschwörungstheoretiker

    die sommerausgabe des aib befasst sich mit verschwörungstheorien. sehr lesenswert. wer selbst und aus erster hand hochaktuelle beispiele sich betrachten möchte hat(te) nun gleich zweimal die gelgenheit, sich das braune ins gesicht zu ärgern.
    hoch a…

    Trackback von girlsetsfire — 12. September 2007 @ 23:08

  6. Im Phänomen um das Mearsheimer/Walt Buch ziehen sich fast alle Stränge meiner mündlichen Prüfngsthemen für den Montag zusammen.

    Zwei Neorealisten schreiben über ein Thema dass grob in internationale Beziehungen fallen würde, die Außenpolitik Israels beinhaltet sich mit dem politischen System der USA beschäftigt und etwas um die Ecke gedacht auch in dem Bereich Medien in der BRD betrachtet werden kann. Schätze mal, ich hätte es kaufen sollen, um mit einem Verriss am Monatg eine vernünftige Note zu bekommen.

    Comment von besserscheitern — 21. September 2007 @ 13:22

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