dejagah boykottiert israel.

der deutsche u21-nationalspieler ashkan dejagah hat sich selbst aus dem kader der u21-nationalmannschaft ausgeladen um nicht mit dieser nach israel reisen und gegen die israelische u21-auswahl antreten zu müssen. der 21-jährige fußballprofi vom vfl wolfsburg, der normalerweise zur stammelf der deutschen u21 gehört, hat beim dfb aus persönlichen gründen um die nicht nominierung für das spiel gegen israel gebeten, der bild-zeitung jedoch sagte er:

Das hat politische Gründe. Jeder weiß, dass ich Deutsch-Iraner bin.

und iraner, egal welcher staatsangehörigkeit, spielen nunmal nicht mit israelis, zionisten und juden, weil der onkel achmannwasfüreinscheiss und seine mullahfreunde sonst wütend werden. prominente vorbilder dejagahs sind ein iranischer ringer, der sich bei den olympischen spielen 2004 weigerte gegen einen israeli anzutreten, oder auch der ehemalige spieler von bayern münchen, vahid hashemian, der vor den champions-league spielen gegen maccabi tel-aviv in der saison 2004/05 plötzlich verletzt war. aber das israel-boykott-syndrom im sport beschränkt sich keineswegs auf „iraner“, auch der ehemalige französische national-torwart fabien barthez weigerte sich 2005 bei einem wm-qualifikationsspiel gegen israel anzutreten und im gegensatz zu dejagah musste barthez noch nicht einmal gegen seine familie gerichtete repression befürchten.

16 Kommentare


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  1. “kindergarten” spielt foul

    subwave (”dejagah boykottiert israel”), lizas welt (”spielt nicht gegen juden”), tofu (”Nö, nach Israel will ich nicht”) und natürlich auch “the famous” (der kindergärtner) cliff cosmos (”Ashkan…

    Trackback von tee — 9. Oktober 2007 @ 03:34

  2. lieber subwave, der heisst doch nicht achmannwasfüreinscheiss, sondern, richtig: achmachmadendjihad.
    wenigstens über den namen kann man lachen.

    Comment von jaja, auf anderer leute namen rumhacken ist... — 11. Oktober 2007 @ 12:18

  3. Wo ist der Sinn dieses Postings, das nur wiederholt was jedem/r aufmerksamen Zeitungsler/-in sowie so schon bekannt ist? Auch die Forderung nach härteren Konsequenzen wurde bereits erhoben.
    Ist das jetzt die neue Kritikform, dem bürgerlichen Diskurs hinterherlaufen?
    Sind eigenständige Statements echt so schwierig? Wo ist die linksradikale Eigenleistung oder bist Du der Ansicht, dass das bürgerliche Engagement gegen Antizionismus und Antisemitismus ausreichen würde, wäre es nur konsequenter und vor allem härter in den Strafen? Heißt antideutsch jetzt Theo Zwanziger zu lasches Durchgreifen vorzuwerfen?

    Comment von double f — 11. Oktober 2007 @ 14:51

  4. @double f: a) tut hier zwar nichts zur sache, da keine rechtfertigung für meinen artikel, aber WO und WANN läuft den die radikale linke mal NICHT dem bürgerlichen diskurs hinterher?
    b)stelle ich im ganzen artikel keine forderung auf. es ist mir schlicht egal ob dejagah weiterhin für deutschland spielt oder nicht. es ging im artikel nur um einen hinweis auf die iranische sportpolitik, auf das strange verhalten von sportlern, die sich exclusiv antiisraelisch verhalten. als aufhänger habe ich einfach den fall dejagah genommen. und linksradikal? hier ist nicht alles und muss nicht alles linksradikal sein. die meisten beiträge zum thema musik sind es nicht, warum muss dies beim thema sport/politik so sein?

    Comment von Administrator — 13. Oktober 2007 @ 12:39

  5. a) Normalerweise sollte es aber um die Formulierung eigenständiger Positionen gehen, auch
    wenn die Themenwahl sich am bürgerlichen Diskurs orientieren mag.

    b) Mir ging es um das Fehlen einer inhaltlichen Eigenleistung, nicht um die Thematisierung der iranischen und deutschen Sportspolitik an sich. Wo ist der Sinn, etwas zu wiederholen, was vermutlich die große Mehrzahl der Besucher deines Blogs sowieso schon weiß?
    Aber, o.k. wenn du deine politischen Äußerungen nicht als linksradikal verstanden haben möchtest, sondern einfach nur den unabhängigen Mitarbeiter der dpa spielen willst.
    btw wird übrigens nicht klar, ob du jetzt der Meinung bist, dass Ashkan Dejagah sich antiisraelisch verhält (wobei mir die Argumente für diese These nicht wirklich einleuchten) oder dass die iranische Sportspolitik das Hauptproblem ist und es primär um mögliche Repression der Familie geht (wie dass der von dir verlinkte Bildblog meint). Mehr inhaltliche Klarheit in der Argumentation wären ganz schön.

    Comment von double f — 13. Oktober 2007 @ 15:36

  6. btw wird übrigens nicht klar, ob du jetzt der Meinung bist, dass Ashkan Dejagah sich antiisraelisch verhält (wobei mir die Argumente für diese These nicht wirklich einleuchten) oder dass die iranische Sportspolitik das Hauptproblem ist und es primär um mögliche Repression der Familie geht (wie dass der von dir verlinkte Bildblog meint)

    der antiisrealismus eines dejagah ist im gegensatz zu dem eines barthez nur spekulativ. fakt ist, dass er israel boykottiert. das hauptproblem ist hier die ideologische zurichtung von menschen im iran, bzw. die abstrafung all derjenigen, die sich dieser zurichtung widersetzen wollen.

    des weiteren:

    Aber, o.k. wenn du deine politischen Äußerungen nicht als linksradikal verstanden haben möchtest, sondern einfach nur den unabhängigen Mitarbeiter der dpa spielen willst.

    hängt beides nicht zusammen. nicht alle meine äußerungen müssen dezidiert linksradikal sein. wäre sonst auch boring. dieser artikel ist vielleicht auch boring, aber zum zeitpunkt des bloggens war der dejagah-skandal noch ein kleiner und nur wenige leser_innen dürften schon davon gewusst haben.

    Comment von Administrator — 13. Oktober 2007 @ 16:16

  7. fakt ist, dass er israel boykottiert.

    unsinn. hatte dich schon einmal drauf hingewiesen, dass ein schädigungswille dejagahs lange nicht nachgewiesen ist. oder doch? dann zeig mal bitte!!!

    Comment von ehemaliges echo — 13. Oktober 2007 @ 16:42

  8. @ex-echo: natürlich boykottiert er israel, er ist nämlich bewusst nicht eingereist. oder beginnt für dich boykott erst, wenn ein schädigungswille besteht?

    Comment von Administrator — 13. Oktober 2007 @ 16:47

  9. ganz genau! wenn ich nicht nach england zum spice girls konzert fliege, weil meine freundin mich sonst verlassen würde, boykottiere ich doch nicht england. so ein schwachsinn.
    ein schädigungswille ist doch das was ein boykott ausmacht. sonst wäre der begriff doch völlig für‘n mond. überleg doch bitte mal …

    Comment von ehemaliges echo — 13. Oktober 2007 @ 20:42

  10. es ist doch auch spekulation ob es drohungen gegen ihn gab (in deinem beispiel die freundin die droht). des weiteren macht es schon einen unterschied zu einem spice girls konzert nach england zu fliegen oder nicht, oder explizit von allen ländern dieser welt ausgerechnet bei israel die einreise zu verweigern. aber dir geht es ja um den begriff „boykott“, nach deiner definition benötigt es dazu einen schädigungswillen. dieser besteht sogar und zwar von seiten des iran. dieser boykottiert israel und benutzt seine staatsbürger_innen als vektoren dieses durchzusetzen, diesem wirkmächtigkeit zu verleihen. die weigerung dejagahs in und gegen israel zu spielen ist ausdruck dieses boykotts, egal ob er durch drohungen gezwungen werden musste oder ob er als braver iranischer staatsbürger gar nicht gezwungen werden musste, sondern es ihm selbstverständlich erschien so zu handeln.

    Comment von Administrator — 13. Oktober 2007 @ 21:26

  11. „ausdruck dieses boykotts“ – richtig, ausdruck dieses boykotts! und deswegen auch unbedingt erwähnenswert. aber dabei handelt es sich nicht um ein boykott dejagahs, wie du mehrmals behauptet hast, sondern eines des staates iran.

    somit ist eben nicht fakt, „dass er israel boykottiert“. wie du ja selbst begründest:

    dieser boykottiert israel und benutzt seine staatsbürger_innen als vektoren dieses durchzusetzen, diesem wirkmächtigkeit zu verleihen.

    ganz genau, der staat benutzt seine staatsbürger/innen zu diesem boykottzweck, nicht dejagah seine funktion als deutscher nationalspieler. denn sein zweck ist -setze ich mal neutral und gutwillig voraus- schlicht nicht das boykott des staates israel oder von juden allgemein. es ist und bleibt der schädigungswille des staates iran, nicht der von dejagah, zumindest ist es üble nachrede ihm das ohne belege unterzujubeln.

    Comment von ehemaliges echo — 15. Oktober 2007 @ 06:44

  12. Gut, das mit der Unbekanntheit Dejagahs zum Zeitpunkt des Postings sehe anders. Das war in den Medien sehr wohl präsent. Und auch, wenn nicht alles linksradikal sein muss, dann sollte es trotzdem eine Eigenleistung geben. Dieses Posting wirkt auf mich als hättest du
    einfach eine Meldung übernommen, über die du gestolpert bist. Ist hauptsächlich eine Kritik an der Qualität des Posting, das ja politisch aufklären und nicht einfach unterhalten soll und in dieser Hinsicht m.E. nicht besonders gelungen ist.
    @ Inhalt. Du schreibst selber, dass der Antiisraelismus Dejagahs spekulativ ist. Dann kannst du ihm allenfalls vorwerfen, dass er nicht gegen die iranische Politik opponiert, sondern sich aus persönlichen Gründen wegduckt. Das ist sicherlich kritiserenswert. Allerdings sollte diese Kritik auch auf den Boden der Vernunft bleiben. Denn im Umkehrschluss kann das auch heissen, dass jedeR der/die im politischen Kampf nicht bis zur letzten Knsequenz geht eigentlich schon ein/-e Verräter/-in ist. (Das ist natürlich sehr wohlwollend im Falle Dejagahs, weil es eine grundsätzlich korrekte politische Position impliziert, was letzlich genauso spekulativ ist. Ich habe keine Ahnung, wie er zur Politik des Irans oder auch anderen Themen steht.)

    Comment von double f — 15. Oktober 2007 @ 13:31

  13. fieser wixxer der typ…

    Comment von FiD — 17. Oktober 2007 @ 21:23

  14. @double f: ja. ich geb dir recht kein besonders tolles posting. eigenleistung aber trotzdem der hinweis auf barthez. des weiteren: ich fordere von dejagah nicht er solle bis zur letzten konsequenz gehen. ich kann doch aber trotzdem kritisieren, dass er nicht nach israel will, auch wenn die wahrscheinlichste konsequenz nur ein einreiseverbot in den iran, bzw. bei einreise bestrafung im iran folgen würde. alle weiteren konsequenzen sind doch spekulation. dejagah sollte aber eh schon – israel hin oder her – den iran meiden, da er ja als männlicher iraner auch noch den militärdienst in der iranischen armee ableisten müsste…

    Comment von Administrator — 18. Oktober 2007 @ 23:38

  15. Diesen brief hab ich bei iran-now.de gefunden, vll. klärt er ein bisschen auf. gruß

    sehr geehrte frau knobloch,

    ich bin ein iraner!
    ich bin ein bewunderer der jüdischen geschichte und der jüdischen kultur!
    ich bin ein liebhaber der jüdischen literaten und der der jüdischen komponisten.
    ich habe oft tränen geweint um die geschundenen jüdischen männer, frauen und kinder.

    ein bild hat sich bei mir ganz fest im gedächnis eingebrannt.
    es ist eine aufnahme aus der damaligen nazi-deutschland.

    in dieser aufnahme ist zu sehen wie eine mutter auf dem weg ins KZ von ihrem kind getrennt wird und in dem moment, als das kind nach der mutter ruft und diese frau sich auf das kind zu bewegt, kommt ein nazi-scherge und schickt die mutter mit einigen erbarmungslosen tritten wieder in die schlange der wartenden frauen, während andere nazi-schergen das kind in den viehwaggon verfrachten.

    das sind wahre aufnahmen. das sind tatsachen. das sind traurige wahrheiten. niemand will bestreiten, daß es so war. niemand will leugnen, daß es so geschah.

    und nun kommt ein herr ahmadinejad – ein vasalle der fanatischen fundamentalistischen islamisten – im iran an die macht und behauptet das gegenteil.

    und sie liebe frau knobloch und die ganze welt -vor allem die jüdische welt- tun uns iranern unrecht.

    sie tun uns iranern unrecht, weil sie nicht differenzieren und umso mehr tut es uns iranern weh, als judenhasser abgestempelt zu werden, weil wir von der kraft der analytischen beobachtungsgabe der juden überzeugt sind.

    wir iraner sind keine judenhasser.

    ein persisches sprichwort sagt :“ man sollte nichteinmal im schlimmsten streit, die letzten brücken zur vesöhnung zerstören !“

    seit der machtergreifung der mullahs im iran, sind viele brücken zwischen juden und iranern zerstört worden.
    sei es durch die propoganda der mullahs, sei es durch missverständnisse oder sei es durch politisch bedingte fokussierung der wahrnehmung auf bestimmte ereignisse.

    und doch sind noch nicht alle brücken für immer zerstört.

    wenn juden und deutsche in der lage sind sich die hand zu geben -nach dem motto verzeihen ja, vergessen nie- dann sollte es für juden und iranern ein leichtes sein, auf einander zu zugehen und sich gegenseitig zu begrüßen.

    nur ist jetzt leider der falsche moment dazu. im iran herrscht nunmal keine demokratie. das wissen sie !

    die iraner sind nicht frei.

    freie meinungsäußerung, politische bildung, persönlische entfaltung, freie presse, freies reisen und handeln sind im iran keine selbstversändlichkeiten.

    und das wissen sie auch.

    daher leisten sie und alle anderen – die in diesen tagen die weigerung eines iranischstämmigen sportlers in israel auf zu treten, auf die vermeintliche goldwaage legen und daraus ein politikum ad absurdum machen – genau das gegenteil von dem was nun in diesen tagen zu leisten wäre.

    statt mit erhobenem zeigefinger auf einen einzigen jungen menschen los zu gehen – dessen ansinnen nichts anders ist, als die eigene familie und geliebte menschen vor den zu erwartenden und erfahrungsgemäß eintretenden repressalien zu bewahren- sollten sie diesen finger dazu benutzen auf die tatsächlichen probleme der iraner hin zu deuten.

    sie haben die macht und die möglichkeiten.

    nutzen sie diese dazu, der welt die wahre meinung des iranischen volkes auf zu zeigen.

    bedenken sie dabei aber bitte daß, die unter folter und drohungen erzwungenen aussagen vor einem ordentlichen gericht keine verwendung finden dürfen.

    das iranische volk lebt nun seit fast 30 jahren unter folter und zwang.

    und das wissen sie auch!

    hochachtungsvoll

    ihr kadkhoda

    Comment von israel.iran — 20. Oktober 2007 @ 18:32

  16. „dieser boykottiert israel und benutzt seine staatsbürger_innen als vektoren dieses durchzusetzen, diesem wirkmächtigkeit zu verleihen.“

    Stimmt, wohingegen amerikanische Soldaten natürlich mit freiem Willen Irakis niedermetzeln…

    du musst dir mal dein Argument klarmachen: willst du den iranischen Präsidenten (Tipp: wenn du das schreibst musst du den Namen nicht mehr schreiben) für seine Politik inhaltlich kritisieren, oder dafür dass er „benutzt seine staatsbürger_innen als vektoren dieses durchzusetzen, diesem wirkmächtigkeit zu verleihen“. Und so leid es mir tut, im ersteren Fall sind Argumente notwendig. Und im letzeren Fall müsstest du mal deine Kritik auf so ziemlich alle Staatsführer ausweiten (scheiss einfach mal auf deine Parteilichkeit, der Objektivität zu liebe, hm?)

    Btw. ich würde auch nicht nach Israel gehen wollen.

    Comment von Helden Karl — 3. November 2007 @ 00:10

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