dates 1207.01

im dezember gibt es mal wieder mehr interessantes als zeit und geld zulassen, es sei denn, ich gewinne doch noch den jackpot im lotto. los geht es gleich am samstag, 1.12.07, von mittags bis abends findet in der universität hamburg teil 1 einer tagung aus anlass des 140. jahrestages der erstausgabe des ersten bandes des kapitals von karl marx statt. veranstaltet wird das ganze von der marxistischen abendschule hamburg (masch) und der eine oder andere interessante vortrag wird wohl für jede_n dabei sein, der_die der kritik der politischen ökonomie nicht abgeneigt ist. teil 2 der tagung am sonntag, leider schon um 10h00 am morgen. was wohl nicht zu schaffen sein wird, da im übergang vom 1.12 auf den 2.12 ein besuch im pudel empfehlenswert scheint. legt dort doch u.a. ada auf.

sozplatbau

wer sich am folgenden wochenende (7. – 9.12.) nicht beim sehen&gesehen werden der bewegungslinken in ffm einfindet, der_die hat in hamburg die qual der wahl. am freitag beginnt die saison der interessanten events auf der aus hro eingeschipperten „ms stubnitz“ mit der „WOBWOB meets SCHIFFBRUCH meets SOZIALISTISCHER PLATTENBAU„-party. breakcore vs. dubstep mit 15 djs und zwei ebenen (via.) . gleichzeitig im ü&g „young and restless“-party mit einem live set von christopher just (kitsuné) und diversen djs von restless sounds und anderen. politisch korrekt am samstag wäre dann ein besuch der antifa-soli-party in der roten flora, geboten wird im keller d‘n'b und im ballsaal qualitativ hochwertige elektronik. meanwhile auf der ms stubnitz: jaques palminger, erstmals live mit eigenem programm, nova huta vs. frau kraushaar, die vögel (mense reents und jakobus siebels) und clapsclap, sowie als dj u.a. melissa logan. das goldene party-dreieck wird dann durch elektronik-milieu im hafenklang aufgespannt, am 8.12. mit dem aus der panorama-bar eingeflogenen marcel dettmann (flyer 1|2). sonst noch was? ach ja, alter ego im ü&g. wird aber wohl tendenziell überfüllt sein, mir genügt dann doch „rocker“ als standard-klingelton…

italian stallion

das wochenende wird dann am 9.12. ab 17h mit einer hardcore-matinee in der roten flora abgeschlossen. neben eher unwichtigen bands geben sich auch black friday 29 (ruhrpott) und eine der besten hardcore-bands momentan (sowohl musik als auch attitude betreffend), die goßartigen „the italian stallion“ die ehre. endlich. nach langen jahren, in denen die hengste immer genau dort gespielt haben wo ich gerade nicht war. nur eine bessere musikalische einbettung hätte ich mir gewünscht, z.b. tangled lines aus dresden und lights out.

the italian stallion – the unseen homocaust

the italian stallion – dogbite

nach diesem wochenende dann erstmal ein paar tage der ruhe und entspannung, bevor es dann am donnerstag, 13.12.07, wieder auf die ms stubnitz geht um dort einem konzert von brockdorff klang labor, knarf rellöm trinity, rummelsnuff und katze beizuwohnen.

persepolis.


ich war gestern im kino. preview von „persepolis“. die comics hatte ich vorher nur auszugsweise gelesen, auch wenn sie mir von streifenstyle immer wieder empfohlen wurden. einen vergleich comics-verfilmung kann ich somit nicht ziehen, aber der film dürfte sich auch für diejenigen lohnen, die die comics bereits auswendig können. für alle anderen gilt eh: ins kino gehen und persepolis anschauen. einer der besten filme in diesem jahr. die handlung ist eh unglaublich gut, die umsetzung fantastisch und dazu eine mitreißende atmosphäre. und: kein nervender ideologischer ballast. der iran wird als die hölle beschrieben die er ist ohne gleich den „freien westen“ zum paradies zu edeln. die realität wird so grotesk und widersprüchlich gezeigt wie sie ist. keine einfachen antworten. nur der unbedingte wille zum guten, spannenden und lustvollen leben wird propagiert. die hölle der islamistischen diktatur wird bloßgestellt und lächerlich gemacht ohne dabei zu verharmlosen. wer schwarz-weiß möchte, wer einfache antworten mag wird diesen film hassen, ebenso wie antiimperialisten, die sich beständig die verhältnisse im iran schönreden, weil die feinde der usa und von israel zwangsläufig ihre freunde sind. „freunde“, die sich bestens auf das ermorden von kommunist_innen und anderen freund_innen von lust und individualität verstanden und verstehen. (reviews: sz, jungle world, ny times)

happy birthday to me (#2)

happy birthday
zwei jahre, 305 beiträge, 1′465 kommentare. so fing im november 2005 alles an.

recommended listening 1007

crystal castles

ein bisschen neidisch bin ich schon: kosmic_luxury und 99 weitere durften die hochverehrten crystal castles live in duisburg verfolgen. wo sie, wenn man k_l glauben darf, durchaus zu überzeugen wussten. die konzertatmosphäre konnte aber mittels eines kurzen – aus einer vorderen reihe aufgenommenen – videos ganz gut eingefangen werden. jetzt noch mehr als vorm betrachten des videos wäre ich sehr gern dabei gewesen. meinen leser_innen möchte ich das video natürlich nicht vorenthalten.

crystal castles

crystal castles – xxzxczx (via.)

crystal castles – love and caring (via.)

the whip – divebomb (crystal castles remix) (via.)

tape

tape habe ich heute eher zufällig gefunden. es finden sich auf dem – optisch eher unauffälligen – mp3-blog (zur gleichnamigen party) aus bristol viele, viele mixes mit vielversprechend klingenden tracklists, die ich leider noch nicht durchhören konnte. dazu gibts interviews, party-reviews und -ankündigungen. aber tape, bzw die drei contributors, macht aber auch noch eine radiosendung beim internet-based „viva radio“. die sendungen, von denen ich bis jetzt zumindest #17 (hot shit) und #27 (white devil disco club) uneingeschränkt empfehlen kann, haben nur den nachteil, dass sie nicht downloadbar sind. es gibt sie entweder embedded auf der viva radio homepage oder ihr ladet euch den stand-alone-player des radios runter.

tracklists:

TAPE Radio – Show #17: ‚Hot Shit‘
1) Bebel Gilberto – Bring Back The Love (Mungolian Jet Set Main Mix) // CD-R
2) Goat Dance – Goat Dance // Bear Entertainment
3) Dorfmeister vs. MDLA – Boogie No More (Reverso 68 Remix) // G-Stone
4) SWAG – Hot Gloves (Bakazou Remix) // Battle
5) Art Of Tones – Praise // 20:20 Vision
6) Trans Mania – Boing Boom Jack (Alexander Robotnick Remix) // Gomma
7) Fairmont – Pavilion // Bpitch Control
8) Mala – Hunter // DMZ
9) Caspa – For The Kids // Dub Police
10) Riton – Hammer Of Thor (Roman Flugel Remix) // Souvenir
11) Faze Action – In The Trees (Carl Craig Remix) // CD-R
12) Shonky – Horizontal Moon // Freak‘n'Chic
13) Minilogue – Birdsong // Wagon Repair
14) Pantha Du Prince – Saturn Strobe // Dial
15) Mari Boine – Voui Voui Mu (Henrik Schwarz Remix) // Universal Jazz
16) Cortney Tidwell – Don‘t Let The Stars Keep Us Tangled Up (Ewan Pearson Long Vox Mix) // CD-R

TAPE Radio – Show #27: ‚White Devil Disco Club‘
Trusme – Nard’s // Stillove4music
Studio – Radio Edit // Information
Lovebirds – Behind You // Winding Road
Mudd – Spielplatz // Rong
Black Devil Disco Club with Prins Thomas – On Just Foot // Lo
Ame – Fiori // Ostgut Ton
Sebbo – Beirut Boogie // Liebe Detail
Sideshow – The Slide (Mathew Jonson Remix) // Simple
Amox & Atle – A Witch Kiss (Ink And Needle Remix) // Tic Tac Toe
Dinky – Horizontal // Horizontal
Claro Intelecto – Chicago // Ai
Efdemin – Back To School // Dial
Lindstrom & Solale – Let’s Practise // Feedelity
Schizophrenia (aka Thomas Fehlmann & Moritz Von Oswald) – Schizophrenia // NovaMute

supermarktgedanken.

mit „saturn strobe“ von pantha du prince im ohr hat selbst das betreten eines öden discounter-supermarktes der handelskette lidl etwas erhabenes.

ein gefühl übrigens, das unangenehmerweise sofort verschwindet sobald man zwecks besserer kommunikation an der kasse die kopfhörer abnimmt und somit zwangsweise in berührung mit der einen real umgebenden tristesse kommt …

happy happy hydrogen bomb.

happy happy
schön dieses kunstwerk von christian kuras and duncan mackenzie (via just). by the way: in anlehnung an die auch als pace-fahne zu verstehende colorierung des atompilzes: sowas nennt man dann wohl „peace through superior fire power“…

only happy when it rains…


bei digital audio service ein tolles und schon lange gewünschtes vst-plugin gefunden. nur leider läuft jenes im prinzipiell vst-fähigen audacity nicht und cubase möchte ich mir dann doch nicht kaufen. irgendwelche alternativen, die wie audacity frei verfügbar sind?

mahatma hitler.


wenn rap, dann moselcoast ghetto rap. neue platte im winter. die „greatest hitz“ gibts weiterhin hier.

memorize the city.

the organ

the organ haben sich vor fast einem jahr aufgelöst, ihre musik erweist sich immer noch als perfekte musikalische begleitung kalter herbsttage. leider gibt es mit „grab that gun“ nur einen longplayer, doch dieser bleibt unerschöpflicher quell großartiger musikalischer momente, auch nach dem gefühlt tausendsten durchhören. ohne die anderen neun lieder abwerten zu wollen: memorize the city ist das schönste und beste lied der platte (wobei andere da durchaus anderer meinung sein mögen)

indydioten. heute: volxsport in berlin.

in einem artikel unter der bezeichnenden überschrift „volxsport in berlin“ bejubelt ein_e larage das anzünden von autos in berlin als „linke stadtreinigung“, freut sich darüber, dass „durch solch militante Aktionen endlich mal wieder linksradikale Politik in den bürgerlichen Medien [ist]“ und dass die brandstifter_innen es sich mit dem mob nicht verscherzt haben, „da (meistens) darauf geachtet wird, dass wirklich nur Bonzenkarren in Flammen aufgehen“.

berlin ist also schöner und sauberer ohne „luxuskarren“. vom ästhetischen standpunkt aus schonmal nicht und auch aus kommunistischer perspektive wird hier ein großer fehler gemacht: als sei das problem des kapitalismus, dass es menschen gibt, die sich „luxuskarren“ leisten können, bzw. das es diese „luxuskarren“ gibt. es ist doch vielmehr so, dass das problem darin liegt, dass in der warenförmigen gesellschaft eben nicht jede_r sich den entsprechenden luxus leisten kann, weil der verkauf der arbeitskraft gerade genug zum überleben abwirft, bzw. weil die angebotene arbeitskraft überhaupt nicht benötigt wird und man auf staatliche almosen angewiesen ist (auszuführen, wie es dazu kommt, würde den rahmen hier sprengen. da gibt es ja genug literatur und online-resourcen zu.)

auch der vorrang, der der form über den inhalt eingeräumt wird, wenn nur darauf geachtet wird, dass „durch solch militante Aktionen endlich mal wieder linksradikale Politik in den bürgerlichen Medien [ist]“ ohne überhaupt darauf einzugehen, welcher inhalt denn überhaupt in den medien rüberkommt und ohne analyse ob diese berichterstattung nicht vollkommen ohne wirkung bleibt oder ob es nicht gar zu einer gegenteiligen als der gewünschten wirkung, ist höchst problematisch. vor allem wenn durch art der anschläge und die vermittlung gerade nicht der schleier des fetischismus gelüftet wird sondern auf den entsprechenden ressentiments auch noch aufgebaut wird, in dem man meint die zustimmung des volkes durch ausschliessliches anzünden von „bonzenkarren“ zu erreichen. wer derartige politik so begründet wie im artikel bei indymedia geschehen, der ist so antikapitalistisch, wie die sa es war und somit das gegenteil von an der aufhebung des kapitalverhältnisses interessierten kommunist_innen. hoffen wir bei den attentäter_innen auf ein einsehen, bevor der staat ihnen das einsehen mittels freiheitsentzug eintrichtert und so die radikale linke auf derart verwirrte noch energie in der anti-repressionsarbeit verschwenden muss.

weil es, zumindest ein bisschen, passt und lesenswert ist: schorsch über konsumkritik als bürgerliche rebellion.

edit: indymedia ist besser als sein ruf. der artikel auf den sich hier bezogen wird, wurde von der moderation bei indymedia versteckt.

antifa, da geht noch was.

antifa

sehr schön. nazis wollen durch das alte jüdische viertel in prag demonstrieren und bekommen zumindest einen kleinen vorgeschmack dessen, was sie verdient haben. (photo stolen here, mehr bilder, gute linksammlung.)

das pony und die türsteher.

göttingen-content: gestern nacht war ein soziales event wie es im kaff nur ein/zweimal im jahr stattfindet: party des, so dachte ich immer, kritischen und poplinken stadtmagazins pony. venue war das junge theater und aufgemacht war die party so wie sich menschen in der provinz tanzveranstaltungen in metropolen halt vorstellen. da gab es zwei ebenen, djs die sogar richtig gut auflegten und, man höre und staune, ein vj-team. für göttingen ein erstaunliches niveau also und es war um kurz nach vier uhr morgens noch gut gefüllt. nun dachten die macher_innen der party: party wie in der metropole? da brauchen wir richtig krasse türsteher. vor allem folgende einstellungskriterien wurden wohl angelegt: dumm wie brot aber muskeln für drei. in st.pauli wären solche ihren job nach wenigen stunden wieder los gewesen, wenn sie ihre inkompetenz nicht gar ins krankenhaus befördert hätte. zur illustration ihres vorgehens sei ein kommentar bei mog zitiert:

Party war ganz gut, aber dass solch unprofessionelle Türsteherbollos, wie gestern einige erleben durften, engagiert wurden, versaute gestern vielen Leuten die Feierei. „Fliegst raus“ und außerdem „bist du hässlich“ lässt die Frage offen, ob bei diesem Job nicht einmal mehr Grundschulabschluss vorhanden sein muss. Jemanden, weil er dass Rauchverbot beim Rausgehen zum Rauchen nicht ganz eingehalten hat, anzugehen und Hausverbot zu erteilen, 3 Frauen eine Treppe runterzuschubsen oder zu drücken (je nach Sichtweise) und mit vier Leuten einen Betrunkenen „rauszugeleiten“, ist wirklich ganz großes Tennis. Beim Ende der Party wurde so ca. 15 Leuten Hausverbot erteilt, obwohl die Veranstaltung schon beendet war. Zusammengefasst lässt sich feststellen, solche Türsteher gehören nicht an die Türen vor Partys und Diskotheken, sondern in eine Freefight arena oder in den Boxring. Da sind sie vermutlich unterhaltsamer.

ganz klar: der job von türstehern ist, den partyverlauf so zu gestalten, dass die partyveranstalter ohne juristische folgen aus der party gehen und auch die gewährung der sicherheit der partygäste. dazu gehört das beharren auf einhaltung von gesetzen und verordnungen (no drugs, no smoking) und das kontrollieren der gäste auf waffen. außerdem, zwecks profit-sicherung, das verhindern des mitbringens von fremdalkohol und des einschleichens ohne zu bezahlen. das alles mag man schlecht oder gut finden, aber so geht nunmal ihr job. nur gab es gestern keinerlei aggression der gäste, die verstöße gegen gesetze (rauchverbot) waren minimal und wären intelligenter zu lösen gewesen. nur braucht es dazu auch intelligente türsteher und keine vollidioten, die auf das anzünden einer zigarette reagieren wie richtige türsteher auf das ziehen eines messers. schade liebes pony, was ihr gestern geboten habt war keine tolle feier mit anspruch sondern, wegen den türstehern, unterstes dorfdisco-niveau (no pun intended, mr. dorfdisco). vielleicht für die nächste party mal nach anderen türstehern ausschau halten, oder wenn das nicht geht eine andere location wählen als gerade das jt, welches ja, zumindest im jt-keller, für derartige aggro-türsteher bekannt ist.

dates1107

november-prozac
dieses wochenende geht es nach über zwei monaten mal wieder ins dorf. leider eine woche zu früh, sonst hätte ich zwei sicherlich interessante veranstaltungen und im anschluss noch die sicher wieder großartig werdende party der redical [m] im krawalltempel besuchen können. muss ich mich halt mit saalschutz zufrieden geben, die am 17.11.2007 zu einem frühkonzert im hafenklang aufspielen werden.

redical-party

am freitag den 23.11.2007 ist dann im ü&g der stand des hypes zu besichtigen und beobachten. es gibt digitalism live und im anschluss ein dj-set von peaches, die ja vor sieben jahren das war, was digitalism heute sind: irgendwie-electro mit großer schnittstelle zur intro-indie jugend. das mag man ärgerlich finden und wirkt sich negativ auf die eintrittspreise aus (zumindest aus sicht des spectators), aber es macht die musik noch lange nicht schlechter, dass sie in maßen massenkompatibel scheint. mich würden an diesem abend aber vor allem auch punks jump up interessieren, die mir durch hervorragende remixe von u.a. robyn, yelle oder lo-fi fnk aufgefallen sind (check discobelle).

surplus

einen tag später am 24.11.2007 dann die qual der wahl. das sympathische electro-label goldrand feiert ganz groß in der roten flora (option a). und diesmal nicht mit den zwar sehr guten aber halt auch üblichen verdächtigen (gladbeck city bombing, rocky beach, billy rubin, brigitte rücklicht) sondern mit jeder menge neuen, coolen und (noch) unbekannten acts. live gibts „nora düster“ (goldrand/ zürich), „schieres“ (goldrand/ HH)“ und den von audiolith entliehenen „tante renate“, an plattentellern und notebooks werden sich u.a. iaac, lime, fine und antiartich versuchen. zeitgleich findet im herzen altonas im hafenklang das surplus-fest (option b) statt. über surplus weiß das hafenklang zu berichten:

Unter dem Namen SURPLUS haben sich eine Reihe von Bands zusammengefunden, die jenseits des Mainstreams und abseits kommerzieller Zusammenhänge als Booking- und Konzertkollektiv arbeiten. SURPLUS konstruiert einen realen Zusammenhang von MusikerInnen und Bands zwischen ambivalenter Selbstausbeutung und zweckunbestimmten Freundschaften, der ins Virtuelle vergrößert werden soll. Ein freundschaftlich-ambitioniertes Netz wird gesponnen, dessen Tragfähigkeit von den jeweils Interessierten gehäkelt und verfestigt wird.
Was soll SURPLUS?
In erster Linie handelt es sich um eine Internetseite. (SUR-PLUS.ORG)
Vordergründig erscheint ein virtueller Raum, eine Datenbank, ein Netzwerk von Selbstdarstellungen und selbstbewussten Platzhaltern. Einzelne Profile schmiegen sich an mp3’s, streiten mit Tourdaten und preisen Produkte.
Hintergründig stehen MusikerInnen aller couleur, die sich in einem webspace tummeln, sich verlinken, sich aufplustern und als Blase platzen oder eine Assoziation Musik- und Kunstproduzierender sind, die im Namen einer gemeinsamen Struktur und in einem gemeinsamen Kontext auftreten, dem Label von SURPLUS.
Abgesehen von der Präsentation eines virtuellen Raums, in dem konkrete Texte, Bilder und akustische Signale zu bewundern und zu belauschen sind, experimentiert SURPLUS mit einer Form der Arbeitsvereinfachung Mittels einer gemeinsamen Datenbank wird in einer Testphase die Möglichkeit eines kollektiven Bookings und Vertriebs herausgekitzelt und auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft. Booking und Vertrieb erschöpfen sich nicht mehr nur in individueller Machbarkeit der MusikerInnen, sie können auf eine größere Struktur zurückgreifen, agieren unter dem Namen von SURPLUS.

beim konzert-abend mit anschliessender party am 24.11.07 wird sur-plus die testphase feierlich einladen. mit dabei die protagonist_innen von surplus: die charts, tschilp, karl-heinz und airpeople. die charts beschreiben sich selbst als „post-kaufhaus-zu zweit-unterhaltung mit piano, orgel, beats und gesang“, für die, die ohne namedropping nicht können, werfe ich einfach mal „schneller autos organisation“ in den raum.


die charts – letztes krisengebiet

karl-heinz „ist ein polyphoner Proll der sich von der Couch erhoben hat. Er ist laut und unnachgiebig, immer noch Punk und derzeit der Verführungskraft von Pop- und Tanzmusik erlegen. Wer meint Punkrock klänge immer gleich, sei leicht vorhersagbar und sähe scheiße aus, liegt falsch, denn Karl Heinz beweist das Gegenteil. Wer zuhört bekommt Texte zwischen Verfolgungswahn und Welterklärung für Feminismus und gegen Langeweile. Karl Heinz will euch tanzen sehen!“ und karl-heinz durfte schon live in göttingen und hamburg beigewohnt und jeweils für gut befunden werden.


karl-heinz – alles in ordnung

gleiches gilt für tschilp, die aber ganz anders klingen. sehr schöne musik, hamburger post-hardcore schule labele ich das einfach mal, fuo z.b. nicht unähnlich, nur halt ohne xylophon. ich freu mich schon auf die platte, die gerade aufgenommen wird und auf das konzert selbstverständlich auch.


tschilp – gelb mit rosa punkten

neben tschilp meiner ansicht nach die interessanteste band an diesem abend sind fuck U is my name aus der moselmetropole trier. ich konnte sie schon einmal live bewundern, 2006 beim trainspotting festival in schweinfurth, wo sie nach mahatma hitler (ebenfalls trier) spielten. damals haben sie mich live so überzeugt, dass ich im anschluss nicht anders konnte, als ihre cd zu kaufen. chaotischer (post)-hardcore irgendwo zwischen robocop kraus, eniac und blood brothers (meudiademorte nennt noch les savy fav, von der hand zu weisen ist es nicht).


fuck U is my name – never change a winning horse.

was tun? wohin gehen? option a) oder b), oder auf gutes wetter hoffen und zwischen den venues pendeln? vernünftig erscheint mir momentan zunächst ins hafenklang zu gehen und danach zu späterer stunde die flora aufzusuchen, liegt ja eh auf dem heimweg… perfekt wäre dafür natürlich das super kombi-ticket für beide events, den gemeinsamen flyer gibt es ja schon.

remark: das erste foto ist von tal bright aus tel-aviv. neben diesem bild noch hunderte von fantastischen fotos. recommended viewing.

eva herman? horst mahler? spektakel!

warum unkultur weder über horst mahler noch eva herman schreibt. eigentlich könnte ich den ganzen artikel in einem stück hier zitieren, er verdient auf jeden fall in gänze gelesen und danach reflektiert zu werden, gerade von blogger_innen, die das prinzip des „jede-sau-reiten-die-durchs-dorf-getrieben-wird“ häufig noch extremer kultivieren als die old school medien (ich will mich da gar nicht ausnehmen). zwei zitate aus dem text konnte ich mir dann, ob ihrer viel zu selten bis gar nicht ausgesprochenen basisbanalität, doch nicht verkneifen hier zu posten:

[…]Ein paar Buzzwords aus dem Werk von Marx, Freud oder Foucault zusammengesucht reicht ja auch zumeist aus, um als dazugehörig zu gelten, wenn man ansonsten darauf achtet, sein Nichtwissen nicht allzu sehr auszubreiten. Ob ich wohl bei einer 40 Stunden-Woche noch Lust hätte, mir über komplexe Thesen Gedanken zu machen, die ohne ein Langzeitphilosophiestudium nicht zu verstehen sind? Wohl kaum.
Und auch bei den Aktiv-Lesenden ist das Bescheidwissen über bestimmte Themen das, was die Playstation 3 in anderen Kreisen ist: Voraussetzung, um partizipieren zu können. Man legt sich ein entsprechendes Vokabular zu, gibt an, bestimmte Zeitschriften zu lesen – und hat auf einmal viele neue Freundinnen und Freunde und einen bestimmten gesellschaftlichen Status inne.[…]

[…]Schon die „Enteignet Springer“ Kampagne 1967, Prototyp linker Medienkritik, fokussierte sich nur auf „die da oben“. Die entscheidenden Fakten wurden außen vor gelassen, nämlich dass es zum einen noch Leute geben muss, die die BILD kaufen und lesen, und zum anderen auch eine gesellschaftliche Struktur, die die BILD-Zeitung und ihre Leserinnen und Leser hervorbringt.[…]

dates 1107 – politics.

in hamburg sind gute politveranstaltungen eine seltenheit. um so erfreulicher, wenn in einer woche gleich zwei vielversprechende veranstaltungen angekündigt sind.

am donnerstag den 8.11.2007 um 19h00 lädt die hamburger studienbibliothek (hsb) zu einer vorstellung des buches „halbmond und hakenkreuz“ durch den autor martin cüppers in die forschungsstelle für zeitgeschichte hamburg (versammlungsraum 2. stock, beim schlump 83). in der veranstaltungsankündigung schreibt die hsb:

Als im Sommer 1942 die Einnahme Kairos durch Rommels Afrika-Korps greifbar und der Weg nach Palästina offen zu stehen schien, lag in Athen abmarschbereit ein Einsatzkommando der Sicherheitspolizei und des SD, das nach dem Vorbild der Kommandos der Einsatzgruppen im europäischen Osten gebildet war. Mit dieser Kerntruppe und moslemischen Freiwilligen sollte der Mord an den Juden in Palästina und darüber hinaus begonnen werden.
In ihrem Buch untersuchen Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers die arabisch-islamische Kooperation – vor allem der palästinensischen Nationalbewegung – mit dem Nationalsozialismus. Mallmann und Cüppers zeigen, dass für diese Verbrechen ausreichend arabische Freiwillige bereit gestanden hätten und stützen sich dabei ohne die üblicherweise dominierende Verharmlosung und Abwehr sowohl auf bekannte als auch bisher unbeachtete Quellen.

Martin Cüppers, Jg. 1966, studierte Geschichte und spanische Philologie in Trier und an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2004 promovierte er an der Universität Stuttgart mit seiner Arbeit über die „Wegbereiter der Shoah. Die Waffen- SS, der Kommandostab Reichsführer-SS und die Judenvernichtung 1939-1945“. Seit April 2005 ist Martin Cüppers als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle Ludwigsburg tätig.

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einen tag später, am freitag den 9.11.2007, laden die rapidas und radio loretta (fsk) ebenfalls um 19h00 mit unterstützung durch die stiftung do ins kölibri (hein-köllisch-platz 12, st.pauli) zur veranstaltung „weißsein als norm – kritische analysen zu rassismus und sexismus in theorie und praxis“ mit dr. eske wollrad (u.a. autorin von weisssein im widerspruch. feministische perspektiven auf rassismus, kultur und religion | rezension aus der iz3w) . aus der ankündigung:

vortrag und diskussion über den zusammenhang von weißsein, ‚rasse‘ und ‚volk‘ im kontext kolonialer und nationalsozialistischer ideologien und ihrer echos in der gegenwart, über die grundlagen der kritischen weißseinsforschung und ihre anwendung in bezug auf antirassistisch-feministische praxis, motivation und verantwortlichkeit.