dates 1107 – politics.

in hamburg sind gute politveranstaltungen eine seltenheit. um so erfreulicher, wenn in einer woche gleich zwei vielversprechende veranstaltungen angekündigt sind.

am donnerstag den 8.11.2007 um 19h00 lädt die hamburger studienbibliothek (hsb) zu einer vorstellung des buches „halbmond und hakenkreuz“ durch den autor martin cüppers in die forschungsstelle für zeitgeschichte hamburg (versammlungsraum 2. stock, beim schlump 83). in der veranstaltungsankündigung schreibt die hsb:

Als im Sommer 1942 die Einnahme Kairos durch Rommels Afrika-Korps greifbar und der Weg nach Palästina offen zu stehen schien, lag in Athen abmarschbereit ein Einsatzkommando der Sicherheitspolizei und des SD, das nach dem Vorbild der Kommandos der Einsatzgruppen im europäischen Osten gebildet war. Mit dieser Kerntruppe und moslemischen Freiwilligen sollte der Mord an den Juden in Palästina und darüber hinaus begonnen werden.
In ihrem Buch untersuchen Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers die arabisch-islamische Kooperation – vor allem der palästinensischen Nationalbewegung – mit dem Nationalsozialismus. Mallmann und Cüppers zeigen, dass für diese Verbrechen ausreichend arabische Freiwillige bereit gestanden hätten und stützen sich dabei ohne die üblicherweise dominierende Verharmlosung und Abwehr sowohl auf bekannte als auch bisher unbeachtete Quellen.

Martin Cüppers, Jg. 1966, studierte Geschichte und spanische Philologie in Trier und an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2004 promovierte er an der Universität Stuttgart mit seiner Arbeit über die „Wegbereiter der Shoah. Die Waffen- SS, der Kommandostab Reichsführer-SS und die Judenvernichtung 1939-1945“. Seit April 2005 ist Martin Cüppers als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle Ludwigsburg tätig.

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einen tag später, am freitag den 9.11.2007, laden die rapidas und radio loretta (fsk) ebenfalls um 19h00 mit unterstützung durch die stiftung do ins kölibri (hein-köllisch-platz 12, st.pauli) zur veranstaltung „weißsein als norm – kritische analysen zu rassismus und sexismus in theorie und praxis“ mit dr. eske wollrad (u.a. autorin von weisssein im widerspruch. feministische perspektiven auf rassismus, kultur und religion | rezension aus der iz3w) . aus der ankündigung:

vortrag und diskussion über den zusammenhang von weißsein, ‚rasse‘ und ‚volk‘ im kontext kolonialer und nationalsozialistischer ideologien und ihrer echos in der gegenwart, über die grundlagen der kritischen weißseinsforschung und ihre anwendung in bezug auf antirassistisch-feministische praxis, motivation und verantwortlichkeit.

7 Kommentare


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  1. darf man fragen wie du zu dieser ausgenommen stimmigen bildauswahl kommst du aestheteneule…

    Comment von beauty — 6. November 2007 @ 00:02

  2. darfst du.
    ganz simple: bei flickr nach „rapidas“ gesucht (volltext und cc) und dann da das bild gefunden…

    Comment von Administrator — 6. November 2007 @ 00:05

  3. Genosse suqong hat schon vor einiger Zeit Treffendes zu Martin „Halbmond ist Hakenkreuz“ Cüppers angemerkt:

    http://suqong.blogsport.de/2006/11/16/die-holocauste-in-deutschland-und-anderswo/

    Comment von crull — 6. November 2007 @ 14:27

  4. Sorry, der Text beschäftigt sich in erster Linie mit Mallmann, nicht Cüppers. Mein Fehler.

    Comment von crull — 6. November 2007 @ 14:31

  5. cüppers ist okay, leider ziemlich akademisch, hat aber einige wissenswerte historische fakten parat über den rommelfeldzug und die kollaboration „der“ araber sowie die vernichtungspläne der ss.
    eske-wollrad nervt, mir viel zu pomo.

    Comment von sakuska — 6. November 2007 @ 17:27

  6. Wer auf kontrafaktische Geschichte („What if Rommel…“) steht…

    Comment von narodnik — 7. November 2007 @ 01:08

  7. Wenn es in dieser Veranstaltung über arabische Nazi-Kollaborateure wie Amin Al-Husseini oder Raschid Ali al-Gailani ginge, hätte ich kein Problem damit. Man lese aber mal diesen Satz:

    In ihrem Buch untersuchen Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers die arabisch-islamische Kooperation – vor allem der palästinensischen Nationalbewegung – mit dem Nationalsozialismus.

    Darin wird ja behauptet, die gesamte „arabisch-islamische“ Welt hätte mit dem Nationalsozialismus kooperiert.
    Dass deutsche Juden in die Türkei geflohen sind und dort überleben konnten, dass sich der König von Marokko weigerte die Rassengesetze anzuerkennen, von den muslimischen Gerechten unter den Völkern, von der palästinensischen Opposition zu Husseini wollen Deutsche Antideutsche natürlich nichts wissen, sonst könnte man die Erzählung vom „Araber/Moslem an sich, der schon immer Nazi“ war und es auch bleiben muss, ja nicht aufrechterhalten….

    Yad Vashem to showcase Muslims who saved Jews from Nazis

    First Arab Nominated for Holocaust Honor

    Moroccan Jews pay homage to `protector‘

    Zusatzinfos:
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Monde_arabo-musulman_pendant_la_Seconde_Guerre_mondiale

    http://en.wikipedia.org/wiki/Jews_outside_Europe_under_Nazi_occupation

    Comment von abdel kader — 7. November 2007 @ 17:47

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