kosmoproleten über postoperaismus.

die berliner gruppe „zlatan orek“ führte vor dem „no way out„-kongress von „…ums ganze“ mit franz katz und i. m. zimmerwald von der zeitschrift „kosmoprolet“ ein interview über den gegenwärtigen hype des post-operaismus im gefolge von negri/hardts „empire“ und die fehler dieser theorie, bzw. die regression die mit dem gang vom operaismus zum post- einhergeht.

Zlatan Orek: Beginnen wir mit den empirischen Voraussetzungen der gegenwärtigen Konjunktur des Postoperaismus. Was sind die für kommunistische Theorie und Praxis relevanten Veränderung des Kapitalismus nach 1989 und nach der sog. ‚digitalen Revolution’? Seht ihr qualitative Brüche, die z.B. eine grundlegende Revision des Wertbegriffs bedingen?

Zimmerwald: Wenn man sich Kongresse wie den in Frankfurt geplanten ansieht, könnte man sagen: Die folgenreichste Veränderung besteht darin, dass die auf sich selbst zurückgeworfene Theorie an sich selbst irre wird. In Abwesenheit richtungsweisender gesellschaftlicher Kämpfe wird es beliebig, was man überhaupt diskutiert. Die Wirklichkeit zwingt niemandem bestimmte Fragen auf, und entsprechend zäh und wirr und diskontinuierlich verlaufen die theoretischen Diskussionen. Das betrifft alle Fraktionen der Linken, und dem linksstudentischen Milieu kann man nur vorhalten, dass es diese Situation nicht reflektiert, sondern lieber alle zwei Jahre fruchtlose Kongresse veranstaltet. […] (weiterlesen…)

weil es gerade passt: die 28 thesen zur klassenlosen gesellschaft gibt es für diejenigen, die den kosmoproleten nicht kaufen mögen/können bei labournet als pdf.

gar nicht schlau: die gruppe morgenthau.

[…]als seien perennierende Gewalt und Verrohung der Sprache, des Verhaltens und der Ästhetik, dort, wo islamisch sozialisierte Jungmänner unter sich bleiben, kein wirkliches Problem.[…]

gewalt, verrohung der sprache, des verhaltens ist u.a. da ein problem wo armut und soziale deklassiertheit grassiert. wo die beschädigungen, die der kapitalismus den menschen zufügt die subjekte derart deformieren, dass sie häufiger zu gewalt neigen um im moment des gewalttätigen aktes überhaupt noch als subjekte zu erscheinen. die sprache verroht (was an und für sich doch auch ziemlich egal ist, da nicht wichtig ist, wie man spricht, sondern ob kommunikation noch unverstümmelt und nicht nur beschränkt möglich ist), weil schule für sie keine chance mehr darstellt über education ihren gesellschaftlichen status zu verbessern, sondern nur noch verwahranstalt ist. sie verhalten sich so weil ihnen wenn überhaupt eines bewußt ist: dass niemand sie will, dass noch nicht einmal ihre arbeitskraft mehr nachgefragt ist. das ist banale erkenntnis, doch für „antideutsche“, die schon in bezug auf den irak jegliches verständnis sozialer und politischer dynamiken vermissen lassen, ist der versuch einer begründung, der nicht dem trend der individualisierung jeglichen verhaltens folgt schon gleich rechtfertigung. das gegenteil ist jedoch der fall, nur wenn man an die wurzel des problems geht, also materialistische kritik* betreibt, kann ein versuch unternommen werden dieses zu lösen. alles andere, das gefasel vom islam, ist nur opium für das bewusstsein. die racketstrukturen der unterprivilegierten - in deutschland sozialisierten – jungmänner sind ein problem (ob nun nazis oder „gangs“), die lösung die die gruppe morgenthau für dieses anbietet ist ähnlich falsch wie eine „kritik“ am kapitalismus die nur dessen zirkulationssphäre bekämpfen will.

den ganzen text einer kritik zu unterziehen fehlt mir leider die zeit, die anderswo besser investiert ist. abschließend nur der rat an die gruppe morgenthau sich doch einfach aufzulösen und über eine neue tätigkeit als autor_innen bei politically incorrect nachzudenken. denn da gehört ihr hin.

ps: alle reden über koch. ich nicht. mehr zum thema aber bei beauty, nichtidentisches, crisco connection, der zeit, waiting und lysis.

*ohne dabei stehen bleiben zu wollen und somit auf eine ökonomistische und somit auch wieder verkürzte analyse zurückgeworfen zu sein.

antifa-blogging

bl
um meinem – aus quasi-antiker zeit herreichendem – ruf als antifa-blogger wieder einmal gerecht zu werden und trotz der tatsache, dass ich sowohl aus örtlichen (x) wie zeitlichen (t) gründen verhindert sein werde, eine ankündigung einer antifaschistischen demonstration im ehemals „roten“ und heute leider ziemlich „braunen“ bad lauterberg. alle bei denen es mit x und t am 19.01.07 besser aussieht als bei mir sei eine fahrt in den schönen harz nahegelegt. und nach der demo kann man sich im schnee austoben oder in einer der zwei thermen des ortes relaxen. ist doch auch viel schöner als die infantilen, rituellen reibereien mit den cops.

crying on the dancefloor

italodisco
johan agebjörn meint es wirklich gut mit der welt: nicht nur produziert er all die wirklich fantastischen lieder für sally shapiro, sondern veröffentlicht auch noch unter dem titel „crying on the dancefloor“ einen mix, der neben zwei songs von sally shapiro auch noch all das enthält, was vermutlich inspiration für sally shapiro war und ist. und wie für sie gilt auch für diesen mix:

[…] so sehr hat mich das leben noch nicht verhärtet, dass [sally shapiro] mein herz nicht zum schmelzen bringen würde. und zwar immer und immer wieder. scheiß auf tiefgang und dissonanz, plattheit tut manchmal verdammt gut.[…]

tracklist:

1. Fake: “Empty Garden” (Sound of Scandinavia) 1984
2. Valerie Dore: “Get Closer” (Merak Music) 1984
3. Sally Shapiro: “Skating In The Moonshine” (Paper Bag / Permanent Vacation) 2007
4. Squash Gang: “I Want An Illusion” (Indalo Music) 1986
5. Sandra: “Around My Heart” (Virgin) 1989
6. Angie Care: “Your Mind” (Merak Music) 1984
7. Nicolas Makelberge: “Dying In Africa” (Rico) 2006
8. Nixon: “Anorak Christmas” (Benno) 2001
9. A-ha: “Take On Me” (WEA) 1984
10. Sally Shapiro: “Jackie Jackie (Dyylan’s Subzero Nocturne)”

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