kosmoproleten über postoperaismus.
die berliner gruppe „zlatan orek“ führte vor dem „no way out„-kongress von „…ums ganze“ mit franz katz und i. m. zimmerwald von der zeitschrift „kosmoprolet“ ein interview über den gegenwärtigen hype des post-operaismus im gefolge von negri/hardts „empire“ und die fehler dieser theorie, bzw. die regression die mit dem gang vom operaismus zum post- einhergeht.
Zlatan Orek: Beginnen wir mit den empirischen Voraussetzungen der gegenwärtigen Konjunktur des Postoperaismus. Was sind die für kommunistische Theorie und Praxis relevanten Veränderung des Kapitalismus nach 1989 und nach der sog. ‚digitalen Revolution’? Seht ihr qualitative Brüche, die z.B. eine grundlegende Revision des Wertbegriffs bedingen?
Zimmerwald: Wenn man sich Kongresse wie den in Frankfurt geplanten ansieht, könnte man sagen: Die folgenreichste Veränderung besteht darin, dass die auf sich selbst zurückgeworfene Theorie an sich selbst irre wird. In Abwesenheit richtungsweisender gesellschaftlicher Kämpfe wird es beliebig, was man überhaupt diskutiert. Die Wirklichkeit zwingt niemandem bestimmte Fragen auf, und entsprechend zäh und wirr und diskontinuierlich verlaufen die theoretischen Diskussionen. Das betrifft alle Fraktionen der Linken, und dem linksstudentischen Milieu kann man nur vorhalten, dass es diese Situation nicht reflektiert, sondern lieber alle zwei Jahre fruchtlose Kongresse veranstaltet. […] (weiterlesen…)
weil es gerade passt: die 28 thesen zur klassenlosen gesellschaft gibt es für diejenigen, die den kosmoproleten nicht kaufen mögen/können bei labournet als pdf.



Vor ca. einem Monat hatte ich dazu auch schon mal einen Hinweis geschrieben:
http://jasper.blogsport.de/2007/12/05/ums-ganze-diskutieren/#comment-71
Comment von der Klassensprecher von 1984 — 22. Januar 2008 @ 10:54
[…] Verfasst von volkerradke am Dienstag, Januar 22, 2008 Subwave über fragmentierte linke Theorie und leeren Fortschritt. Die letzte linke Auseinandersetzung, die ich halbwegs interessiert verfolgt habe, war die zwischen Krisis und Exit!, und da hat Häme keine kleine Rolle gespielt. Kongresse ignoriere ich mittlerweile völlig. Es wird nie wieder so toll werden wie in den 90ern (sorry could not resist). […]
Pingback von Schrebergärtner des Werts « Volker Radke — 22. Januar 2008 @ 11:47
[…] via hier. link … | gesundheit und soziales |… […]
Pingback von what on earth … — 31. Januar 2008 @ 16:28
postoperaismus ist scheiße und die kritik ist recht treffend, die freundinnen sind aber iherseits in manchen punkten sehr problematisch. vgl dazu die (situationistisch/antideutsch inspirierte) kritik von enfants perdus auf den seiten theoripraxislokal.org und beim seltsamen zusammenschluss.
und: bbzn haben mal wieder was im cee ieh veröffentlicht, darauf wollte ich nur hinweisen:
http://conne-island.de/nf/151/20.html
Comment von sakuska — 31. Januar 2008 @ 19:43
@sakuska: die kritik von enfants perdus bin ich gerade am durcharbeiten. es ist mir aber durchaus bewusst, dass einiges an den texten der fdkg problematisch ist. trotzdem finde ich eine auseinandersetzung damit wichtig. es sind leider nur wenige die die antideutsche und/oder wertkritische bewusstlosigkeit überwinden und sich der materialistischen kritik zuwenden. die fdkg beziehen auf jedenfall zu wenig die kritische theorie (und hier nicht zuletzt w. benjamin) in ihre überlegungen ein. und wo andere ihre analyse zu sehr auf auschwitz beziehen, weisen sie einige mängel auf.
den ci-artikel werde ich mir gleich mal durchlesen.
Comment von Administrator — 5. Februar 2008 @ 01:55
antideutsche und wertkritische bewusstlosigkeit? vielleicht kannst du mal ausführen, was du darunter verstehst und die nachteile gegenüber anderen ansätzen insbesondere fdkg und co darstellen. mir sind die mängel, die du ausgemacht haben willst nicht bewusst. des weiteren frage ich mich, wie sehr bzw. um wie viel weniger man von auschwitz reden sollte bzw. dem damit verbunden problem der „negativen aufhebung“ des kapitals und dem ganzen kladderadatsch. themen wie antisemitismus, antimodernismus, aniamerikanismus reaktionärer antikapitalismus, fetischismus, antiindividualismus, opfer und verzicht, linker populismus, geschichtsoptimismus, bewegungseuphorie, querfront usw. sollten wohl auch weiterhin an zentraler stelle diskutiert werden, leider kommt all das aber fast überall zu kurz. ich sehe jedenfalls keine alternative zu antideutscher wertkritik. übrigens sind ja auch bbzn nicht unproblematisch, das möchte ich damit ebenfalls nicht gesagt haben---
Comment von sakuska — 5. Februar 2008 @ 02:54
nur kurz: es geht nicht darum weniger von auschwitz zu reden. ich meinte es eher so, dass eine analyse fehlschlagen muss, die ihren ansatzpunkt nur dort findet. genau wie die anderen analysen (ableitungsmarxismus, ml, postoperaismus,…) ja gerade daran scheitern, dass sie zu auschwitz nur schweigen können.
hier hast du recht. nur kommt dies leider auch in ad-kreisen oft nicht angemessen behandelt, auch wenn man hervorheben muss, dass sich da (bzw. in den fragmentierten resten dessen was mal ad war) überhaupt damit beschäftigt wird.
zur bewusstlosigkeit dann mehr im laufe des tages oder morgen…
Comment von Administrator — 5. Februar 2008 @ 09:49
kommt da noch was?
Comment von sakuska — 8. Februar 2008 @ 20:25
sorry, grad sehr wenig zeit. am wochenende sollte ich aber zeit finden…
Comment von Administrator — 8. Februar 2008 @ 21:57