dates:maximal gegen deutschland.

die feste feiern damit sie fallen – so formulierte es einst anfang der neunziger die autonome antifa [m]. die feierlichkeiten zum dritten oktober und deren grund – die einheit deutschlands – existieren, anders als die legendäre gruppe aus göttingen, noch immer. kein grund zum feiern wenden da die einen ein. dem wäre zu erwidern, dass dann nie grund zu feiern wäre, solange mit der kapitalverwertung nicht schluss gemacht wird, solange nicht der marxsche imperativ verwirklicht ist. aber das würde das leben noch öder machen, als es unter kapitalistischen bedingungen schon notwendig ist. und so sollte man auch am dritten oktober das nutzen, was uns die ungeheure entfaltung der produktivkraft im kapitalismus an dingen bereitstellt um die langweile, die der kapitalismus auch produziert, erträglich zu machen. zu feiern heisst nicht: die kritik aufzugeben. zu feiern bedeutet verschnaufpause für die unzufriedenen und im besten falle ein vorscheinen des kommunismus im jetzt.



feiern is ja ne tolle sache, aber immer wenn ich hören oder lesen muss, dass es den vorschein des kommunismus beschwört, bekomm ich kopfschmerzen.
denn:
1. wie soll das bitte von statten gehen?
2. was hebt das feiern von zB einem schönen ausflug, dem lesen eines guten buches, nettem essen, einen guten fick ab, dass gerade dort ständig was kommunistisches los sein soll?
3. die einstellung die viele menschen zu ihrer freizeit haben, ist erzbürgerlich. das abgefeiere des feierns mag ich voll cool unspießig und so anfühlen, ist aber trotzdem nix anderes als die wiederherstellung der arbeitskraft der menschen. vom miesen arbeitsalltag kann man sich mit briefmarkensammeln, marxlesekreisen oder eben durchs angeblich so großartige feiern ablenken. hat aber alles nix mit dem vorchein des kommunismus zu tun (nich mal das marx lesen).
Comment von Difficult is Easy — 28. September 2008 @ 20:27
Wir die Revolution laut Situationisten nicht ein Fest werden? Und ist somit nicht jedes Fest schon eine kleine Revolution?
Comment von Simone — 28. September 2008 @ 21:55
„und so sollte man“
Ab der Stelle las es sich für mich doch etwas wie „Der letzte linke Student“…
Comment von classless — 29. September 2008 @ 15:23
@simone:
1. nein
2. hat nich irgendwer geschrieben, dass es diffi scheissegal is, was situationisten so geschrieben haben? bis jetzt vielleicht noch nicht. dann wäre es aber mal höchste zeit, denn das wäre immerhin die wahrheit.
Comment von Difficult is Easy — 30. September 2008 @ 03:52
Schon bemerkenswert, dass autonome Antifas nahezu die einzigen sind, die den Tag der Deutschen Einheit feiern. Dieser Tag ist für 99,85% der Bevölkerung halt irgendein freier Tag, er ist weder symbolträchtig, noch emotionsgeladen. Auch nicht ansatzweise vergleichbar mit dem 14. Juli in Frankreich oder dem 1. August in der Schweiz. Mithin wirkt ein in Antifa-Kämpferpose vorgetragenes „Gegen 0310″ einfach nur deplaciert…
Comment von yahya — 1. Oktober 2008 @ 16:09
ja ja die legendäre gruppe! in unseren herzen lebt sie doch immer weiter.
passendes dokument der zeitgeschichte: http://hallas.blogsport.de/2008/08/16/wir-sind-viele-wir-sind-krass/
Comment von prosecco partisan — 14. Oktober 2008 @ 20:37