das elend des postantideutschen milieus.

der postantideutsche, jetzt sehr deutsche ein jetzt sehr deutscher teil der postantideutschen-blogosphäre gerät über die berliner schülerdemo in bewusstlose rage. der schaum vor dem mund ist nicht zu übersehen, die ratio hat sich verabschiedet und der hass auf jegliche rebellion hat dann mal auslauf. gar nicht bestreiten will ich, dass unter den schüler_innen sicher auch solche waren, die tendenzen zum antisemitismus und/oder völkischen aufweisen (genau ist so etwas bei pubertierenden ja nicht zu bestimmen), aber wegen ein paar lächerlichen blatt papier die – anscheinend nicht geziehlt – zerrissen wurden den antisemitischen mob an die wand zu malen, das kann man nur noch als wahn bezeichnen. ich gerate nicht ins jubeln angesichts der bilder, aber so wenig da jetzt eine revolutionäre jugend heranwächst, so wenig waren da die neuen nazis am werk.

wenn ihnen schon nur noch an der konservierung der verhältnisse und nicht mehr an der überwindung gelegen ist, wenn sie also die katastrophe perpetuieren wollen die die schlimmste barbarei hervorbringen konnte, dann sollen sie das einfach machen, es ist schade aber auch nur zu verständlich, da wesentlich einfacher. aber sie sollen bitte aufhören die welt via blog mit ihren rückzugsgefechten in die deutsche mitte zu belästigen, denn noch sind sie zu traumatisiert von ihrer jugenderfahrung, noch jagt ihnen die ahnung nach, das es etwas besseres geben könnte und noch müssen sie alles schlecht machen an was sie mal geglaubt haben, damit sie wirklich aufhören können daran zu glauben. vielleicht werden sie in 20 jahren coole liberale sein. im moment sind sie nur widerliche arschlöcher.

mind your words #1

lieber präsident der hu zu berlin: schüler_innen die wild durch ihre heiligen hallen rasen und dabei – kollateral schaden gewissermaßen – eine ausstellung im foyer beschädigen des „Attentat[s] auf unsere jüdischen Mitbürger“ zu bezichtigen geht mal gar nicht. wenn man ganz böse sein will, dann war das ein attentat auf eine ausstellung. eine austellung aber ist weder bürger noch mitbürger. man kann die beschädigung der austellung verurteilen, sie können sogar zornig sein weil die schüler_innen ihren elfenbeinturm beim durchstürmen etwas in mitleidenschaft gezogen haben, ihr gerede vom „attentent auf unsere jüdischen mitbürger“ jedoch verharmlost die tatsächlich stattfindenden attentate und attacken auf menschen die von den angreifern für juden gehalten werden. ganz abgesehen davon, dass das gerede von „jüdischen Mitbürgern“ allein schon recht entlarvend ist, impliziert „mitbürger“ doch – und so wird es meist benutzt – menschen die irgendwie nicht dazu gehören. dies stimmt zwar leider in gewisser weise, wenn man umfragen zum antisemitismus betrachtet, hier scheint jedoch eine affirmative nutzung des wortes durch, die nichts am zustand ändern möchte, der menschen zu mitbürgern macht.

weiteres dazu bei mmomentvorbei und idep.