gen-grütze in der jungle disko.

novo. war mir schon klar als ich nur die überschrift gelesen habe. angegraute streiter gegen öko und für atomkraft. jetzt wohl auch für gentechnik. nun ist an der anti-gen-hysterie (no pun intended) sicher einiges auszusetzen (weil an der gentechnik nicht unbedingt die methoden falsch sind – aber z.b. die risikoanalysen – sondern die gesellschaft in der sie angewandt werden, was im kapitalismus zu absurditäten wie dem teilweise vorhandenen nahrungsmittelmonopol von monsanto führt)und auch reaktionär-romantische ressentiments findet man en masse in entsprechenden anti-gen-publikationen – ob auf indymedia oder von der csu. aber: dann einfach das gegenteil zu machen ist billig. und wohl die schlechteste wahl. denn was thomas deichmann den kritikern der grünen gentechnik vorwirft: sie würden unsachlich und unwissenschaftlich argumentieren, das macht er selber. von rationaler analyse der life sciences sind der chefredakteur und wohl auch sein magazin – so weit ich es beurteilen kann – weit entfernt. wenn er den kritikern von gentechnik fortschrittsfeindlichkeit vorwirft so vergisst er seine fortschrittsgläubigkeit und erinnert damit an eine zeit, als die sowjetunion mit atombomben die landschaft neu modelieren wollte um besser landwirtschaft betreiben zu können. es zeigt sich aber vor allem: wenn vom kapitalismus nicht mehr geredet werden mag bleibt nur die flucht ins romantisch-reaktionäre oder den wahn des totalen fortschritts.